Kategorie: Aktuelles

Flug gebucht

10.000 Backsteine und 200 Dorfbewohner warten sehnsüchtig auf meine Ankunft…

Am 01. November 2019 fliege ich für vier Monate nach Tansania, um der Fischergemeinde beim Bau des Daches für die Begegnungsstätte Ndingine zu unterstützen. Hierzu suchen wir noch dringend nach finanzieller Unterstützung!

Unterstützung für ein Reetdach

So organisch könnte das Reetdach für Ndingine aussehen…

Traditionell wurden die Häuser am Njassasee mit Gras/ Reet gedeckt. Durch den industriellen Fortschritt und den vermehrten Ackerbau wurde das Reetdach fast vollkommen durch ein „modernes“ Wellblechdach ersetzt. An sonnigen Tagen ist die Hitze in einem Haus mit Wellblechdach unerträglich. Deshalb habe ich mir bei meinem Gästehaus vier Dachfenster in jede Himmelsrichtung einbauen lassen. Nun kann ich Nachts wieder schlafen.

Um die Tradition in dieser Region zu erhalten und vor allem wegen der klimatischen Bedingungen wollen wir die Dächer der einzelnen Gebäudeteile mit Reet decken. Über den Gebäuden soll dann, wie bei einem Dau – Segelboot, noch ein zusätzliches schattenspendendes Segeltuch gespannt werden. Hierfür suchen wir dringend nach Unterstützung!

Bau der Wände

Die Dorfschule kommt uns zur Hilfe…

Ich selbst und die meisten im Dorf können es wohl auch noch nicht ganz Glauben, aber wir haben nun tatsächlich begonnen die roten Wände des zukünftigen Gemeindehauses zubauen.

Während unsere 12 Fachkräfte die etwa 40 cm und 4 m hohen Backsteinwände bauen muss die Gemeinde wieder selbst tatkräftig anpacken. Jedes Gemeindemitglied muss zu Anfang 500 Backsteine tragen.

Mit Worten ist es kaum möglich zu beschreiben was die Fischergemeinde in den letzen Monaten bisher an Arbeit, neben ihren eignen arbeiten zur Selbstversorgung, geleistet hat.

Zum Beispiel brauchen sie täglich Brennholz zum Kochen.

Nach der Gemeindearbeit fahren die Männer mit ihren Einboot auf offene See um zu fischen und kehren meist erst in den frühen Morgenstunden wieder zurück.

Auch die Kinder der Fischer tragen zum Wohl der Familie bei und sind ebenso geübte Fischer.

Trotz der körperlichen Arbeit strahlen die Menschen am Njassasee eine große Lebensfreude auf mich aus.

Spielplätze braucht es in dieser Region nicht, da die Kinder sich eh am liebsten am Strand oder auf unserer Baustelle aufhalten. 

Und eines Tages beginnt die sogenannte „kleine Regenzeit“ und so schwärmt das ganze Dorf auf die Felder, um die Äcker zu behacken und Mais sowie Bohnen anzupflanzen.

Vor Sonnenaufgang verlassen sie ihre Häuser und kommen erst wieder spät am Abend von ihren Feldern zurück.

Auch ich übe mich in der Selbstversorgung und Pflanze Mais, Bohnen, Ananas, Bananenstauden, Mangobäume und Papayabäume an. 

Damit unsere Fachkräfte dennoch ihre Arbeiten fortführen können muss nun täglich eine andere Familie auf der Baustelle helfen.

Und auf einer Großbaustelle wie dieser ist die ein oder andere Verletzung nicht vermeidbar, so werde ich mit meinen begehrten Arzneimitteln kurzer Hand erst zum Arzt und später zum Masseur des Dorfes erkoren. 

Das absolute Highlight ist als wir die erste Schalung für eines der 6 Rundbogenfenster bauen

und es letztlich dann auch an Ort und Stelle aufstellen.

Noch nie zuvor haben die Männer solch ein Rundbogenfenster gemauert,

so bedarf es einige Anläufe und Anweisungen meinerseits 

bis es dann endlich doch noch klappt. 

Als ich feststelle, dass wir zusätzliche Unterstützung beim tragen der Backsteine benötigen, bitte ich die im Dorf ansässige weiterführende Schule um ihre Hilfe. Sofort sagt mir der Schulleiter seine Hilfe zu und nur einen Tag später packen über 200 Schüler an der Baustelle mit an. So wachsen die Wände binnen kurzer Zeit rasant in die Höhe.

Nachdem einige Bauarbeiter Migräne durch die große Mittagshitze bekommen haben und mir unteranderem langsam auch die Tabletten ausgehen, spanne ich schonmal provisorische ein schattenspendendes Segeltuch, so in etwa soll es später auch aussen. 

Dann gehen uns die selbstgebrannten Backsteine der Gemeinde aus und wir müssen damit beginnen die alte Kirche zurückzubauen. So können wir ganz kostengünstig viele weitere Backsteine gewinnen und der „Spirit“ der alten Kirche kann so zukünftig in der Begegnungsstätte auch weiterleben.

Am Ende können wir nur noch den Eingang erhalten. Im inneren der alten Kirche soll später der Gemeindegarten entstehen.

Und so muss die Gemeinde vorläufig, bis das Bauvorhaben abgeschlossen ist, ihre Gottesdienste wohl oder übel unter einem heiligen Mangobaum halten.

Und auch die Frauen des Dorfes kochen tagtäglichen unter einem schattigen Mangobaum für die fleißigen Arbeiter. 

Dank dem guten Essen, aus Maisbrei und Bohnen, können die Männer nach weiteren vier Wochen die letzen Backsteine über dem Portal des Haupteinganges setzen.

Zu guter letzt pflanzen wir mit den Schülern zusammen mehrere hundert Bäume. Jeder Schüler und jedes Gemeindemitglied pflanzt mindestens einen Baum. Unteranderem verschiedene Obstbäume und Nutzbäume

und zu guter letzt auch 4 Papayabäume um das neue Gemeindehaus.

Für die große Unterstützung der Schule bedanke ich mich mit sehr begehrten Fußballtrikos.

Nach 4 wundervollen Monaten in Ndingine verabschiede ich mich und meine 2 Gäste von dem Lehrerstab und meiner geliebten alten Heimat Tansania.

Bau der Fundamente

Das ganze Dorf hilft beim tragen der schweren Steine…

Bevor wir mit dem Bau der Fundamente beginnen können, müssen wir erst noch die Tonnen von Natursteinen, die die Gemeindemitglieder in den letzten Jahren gesammelt haben, zur Baustelle transportieren.

Dank der großzügigen Spenden können wir uns nun endlich einen kleinen LKW für den Transport finanzieren.

Auf Grund der sandigen Bodenverhältnisse können wir die Steine leider nicht unmittelbar an der Baustelle abkippen.

So müssen wir abermals die ganzen 45 LKW-Ladungen Steine in der brütenden heißen Sonne mittels Muskelkraft schleppen.

Die Frauen tragen die gigantischen Kolosse von Steinen wie fast alles in diesem Land fast schwerelos auf dem Kopf.

Selbst die jüngsten sind darin sehr geübt.

Auch die ältesten im Dorf packen an um ihren Traum einer Begegnungsstätte Realität werden zulassen.

Diesmal habe ich auch genügend Unterstützung gefunden um die nötigen Fachkräfte zu bezahlen, welche die gewaltigen Fundamente und das äußere Podest des Gemeindehauses bauen werden.

Um die bis zu 1,30 m hohen und bis zu 70 cm breiten Podeste bauen zu können, benötigen wird sehr schluffigen Lehm.

Unweit der Baustelle baut die Dorfjugend schweißtriefend mit Hacken und Pickel den durch die Hitze steinhart getrockneten Lehm ab und belädt den LKW mit Schippen randvoll.

Am ende benötigen wir ganze 25 Ladungen Lehm.

Nach nur vier Wochen stellt unser Vorarbeiter Matthias und sein Bauteam zusammen mit dem fleißigen zutun der Dorfbewohner, die alle nötigen Baumaterialen zur Baustelle getragen haben, die Podeste fertig.

Und dies nehm wir zum Anlass um ein großes Fest zu feiern.

Bau des Wassertanks

Die starken Frauen vom Njassasee…

Kaum bin ich in Ndingine angekommen, kommen unsere Schippen und Hacken auch schon wieder zum Einsatz.


 Wir müssen einen 5000 Liter Wassertank bauen. Diesen benötigen wir um die Baustelle mit Wasser zu versorgen, damit wir die Steinfundamente und die Backsteinwände der einzelnen Gebäudeteile bauen können. Von jung

bis alt packen alle in der Dorfgemeinschaft an um die riesige Erdgrube auszuheben und Backsteine sowie Sand, die zum Bau des Wassertanks benötigt werden, zur Baustelle zu tragen.

Für das Mauern der Backsteinwände und für das Verputzen der Wände haben wir eigens zwei geschulte Fachkräfte eingestellt.

Nachdem der Wassertank fertiggestellt ist

muss jedes Gemeindemitglied mindestens 300 Liter Wasser vom See mit dem Eimer holen,

bis der Wassertank randvoll ist.

Diese Prozedur müssen wir fortan regelmäßig wiederholen…

Es geht wieder nach Ndingine

Buuhhh und hurrrraa…

  Endlich ist es geschafft, nach über zwei Jahren akribischen arbeiten habe ich wieder einen Flug nach Tansania buchen können.
Ich freue mich zutiefst auf die wunderbaren Menschen im Land und vor allem auf das weitere werkeln an der „Begegnungsstätte für Ndingine“.

Garten Eden für Ndingine

Sie haben sich redlich eine Pause verdient… 

Bad Kreuznacher Architekt packt in „Geburtsland“ an

Die Sonne brennt auf den Boden. Frauen und ihre Kinder holen am nahgelegenen Fluss frisches Trinkwasser, die Männer ausgestattet mit Einbaum, Fischernetz und Angelhaken stehen am See und fischen. Was sich anhört wie eine Geschichte aus dem 20. Jahrhundert, ist heute noch Alltag im afrikanischen Entwicklungsland Tansania. Fließend Wasser oder Strom zum Kochen sind hier die Ausnahme.  

Wir sind in der tansanischen Dorf Ndingine. 200 Menschen leben hier, eine kleine Gemeinschaft oder große Familie, alles sehr viel ruhiger und entspannter als in der über 1.000 Kilometer entfernten Hauptstadt Daressalam. Wer hierher kommen will, hat entweder einen langen Fußmarsch vor sich oder ist in Besitz eines Geländewagens mit Allradantrieb. Das soll sich ändern. Die Globalisierung wartet auch hier nicht und soll in Form von Straßen Einzug halten. Die tansanische Regierung hat vor Jahren Straßenbauprojekte angestoßen, in einem 60 Meter breiten Korridor wird alles abgerissen, ohne Rücksicht auf Verluste. Ob die Straßen dann wirklich kommt, bleibt hingegen fraglich.

Einen solchen Verlust erleidet die Gemeinde Ndingine. Ihre aus massiven Backsteinen erbaute Kirche muss weichen, ihr Begegnungspunkt. Unter Ihnen befindet sich auch der 32-jährige Janos Zillger. Der studierte Architekt aus Bad Kreuznach ist in der Nähe  „geboren“ und aufgewachsen, pflegt seit vielen Jahren den Kontakt in die alte Heimat und unterstützt sie. 

Gemeinsam mit einem langjährigen Freund der Familie, die mittlerweile in der Kurstadt sesshaft geworden ist, plant er den Bau einer neuen Begegnungsstätte. Ein Ort der die örtliche Kultur und das Klima berücksichtigt, sowie die lokalen Rohstoffe Lehm, Stein und Holz einbezieht. Ein Ort für alle Kulturen und Konventionen: Ein „Garten Eden“, nennt es Zillger.

Die Auswahl der Baumaterialien ist dem Architekten wichtig. „Die Begegnungsstätte wird, im wahrsten Sinne des Wortes wieder zu Staub zerfallen, wenn Sie ihren Nutzen verliert“, erklärt er. Sie wird wieder zu Nährstoff für viele Lebewesen und fruchtbarer Ackerboden, der die Menschen hier ernährt. Nachhaltigkeit von besonderem Ausmaß. 

Der kreisförmig geplante Bau – der die Erde symbolisiert – umfasst im Inneren verschieden Bereiche, von Bibliothek, Büro, und einem Mehrzweckraum für Veranstaltungen und Gottesdienste. Dazu entstehen Gärten, die von den Einwohner Ndingines zum Gemüseanbau genutzt werden können. Aus der Vogelperspektive betrachtet bildet die Begegnungsstätte das Abbild eines Kreuzes, in Anlehnung an die alte Kirche.

Es ist nicht das erste Projekt von Zillger in seiner alten Heimat. Vor vier Jahren war er bereits für die architektonische Planung einer Kirche mit einfachsten Mitteln verantwortlich, aus Holzbalken und einer Zeltplane, die Heimat für über 500 Gemeindemitglieder wurde. Für seine Herzensprojekte in der alten Heimat kündigte er vor drei Jahren seine Anstellung in einem renommierten Architekturbüro, um so dem Projekt voll und ganz zur Verfügung zu stehen. Seitdem arbeitet er unermüdlich mit der Gemeinde Hand in Hand an der Umsetzung des ambitionierten Bauvorhabens. Für seine alte Heimat.

Ein reines Gewissen

Sitzung unter Mangobäumen…

 Gerd konnte seinen großen Traum wahr machen und ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen mit der MV Songea Richtung Kyela abgedampft. 

Auch für mich heißt es langsam aber sicher Abschied nehmen. Ich vertiefe mich in meinen letzten Wochen in Liuli ins schreiben, spiele Fußball mit der Dorfmannschaft und arbeite die Kosten für die Begegnungsstätte weiter aus. Daniel holt derweilen fleißig Angebote für die benötigten Materialen ein 

Und dazwischen veranstalte ich einen Kinoabend im Dorf.

Die Bedenken und Befürchtungen, dass die ganzen Mühen und Anstrengungen des letzten Jahres durch die nahende Regenzeit, mit ihren sintflutartigen Regenergüssen, weckgespült werden könnte, ist bei uns allen zu spüren. Eine Lösung scheint nicht in Sicht, da wir derzeit keinen Vorarbeiter fürs bauen der Fundamente finanzieren können. 

Auf der Baustelle unternehme ich einen letzten Versuch und demonstriere wie der Aufbau der Fundamente zu erfolgen hat. Verschiedene Alternativen zum Transport der Steine, alle ohne kostenintensiven Lastwagen, werden hin und her diskutiert, ohne zu einem für alle Beteiligten zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Neben der kräftezehrenden Feldarbeit, ist es einfach nicht zu schaffen mittels Muskelkraft die benötigten Steine über 2 – 4 km bis zur Baustelle zu tragen. Daniel und ich treten erstmals ratlos unsere Rückreise nach Liuli an.

Eine Woche später verabschiede ich mich voller Dankbarkeit von Daniel, Sofia, Sam und den Bewohnern von Liuli für deren Gastfreundschaft. Mit meinen letzen Groschen kaufe ich mir ein Ticket für den Bus. Schweren Herzens fahre ich, erstmals ohne Zwischenstopp bei Mary und Martin in Mbinga, direkt nach Songea. Nach einem stressigen Nachmittag, gespickt mit nervigen Bankbesuchen, verbringe ich den Rest des Abends in meinem Hotelzimmer. Dort lass ich meinen Gedanken freien Lauf umso Kraft für die strapaziöse Weiterreise zu tanken. Schließlich heißt es am nächsten Tag – für vorerst das letzte Mal – früh um sechs den völlig überfüllten Langstreckenbus nach Daressalam zu nehmen. Nach unzähligen Höllenstunden geht auch diese Tortur für mich glücklich, da unfallfrei, zu Ende und ich komme sicher in meinem Hotel, meinem persönlichem Safe Harbour an. Den mir noch verbleibenden Tag nutze ich um Godfrey, Mary‘s Sohn, nach langer Zeit noch ein mal wiederzusehen. Er ist für mich über all die Jahre ein guter Freund und ein wichtiger Ratgeber geworden. Zum Abschied rät er mir, alles was mich daran hindert mit dem Erreichten glücklich und zufrieden zu sein, hinter mir zu lassen, um so frei zu sein für alles was da noch für mich kommen mag.

Ich verlasse Tansania mit einem reinem Gewissen und freue mich nach den subtropischen Monaten auf die winterlichen Temperaturen in Deutschland. Trotz allen Irrungen und Wirkungen war die Zeit in Ndingine eine gute und wertvolle Zeit. Eine Zeit, in der wir gemeinsam, trotz aller Widrigkeiten und den bescheidenen Mittel, der Vollendung der Begegnungsstätte einen großen Schritt näher gekommen sind… Möge die Regenzeit uns gnädig sein… und das geschaffene Bestand haben!

Balsam für die Seele

Für einen größeren LKW reicht das Geld derzeit nicht… 

Durch zu viel Staub, Reisestrapazen und Stress ist mein Körper wohl so geschwächt, dass mich zur Abwechslung mal Typhoid fever – Typhus erwischt hat. Kaum davon genesen liege ich schon wenige Wochen später zum x-ten Mal mit Malaria danieder. Unter normalen Umständen wäre ich höchstwahrscheinlich nicht krank geworden, aber irgendwie ist wohl alles derzeit zu viel für mich. Das heiße trockene Klima in Liuli in Kombination mit der „modernen“ Bauweise des Gästehauses – Wellblechdach und Zementwände – führen zu einer unerträglichen Hitze, sodass an erholsamen Schlaf nicht zu denken ist und mich so zusätzlich schwächen. Zur besseren Genesung ziehe ich deshalb vom „Doctor‘s House“ in Daniels Privathaus. Dort im Oberdorf ist es etwas kühler. Ich sehne mich nach der bevorstehenden Regenzeit, welches Land und Leute aus der Lethargie befreit und mit neuem Lebenselixier erstrahlen lässt. Bis dahin esse ich mich mit Mangos und guten leckeren Mahlzeiten bei Daniel´s Frau Sofia wieder zu Kräften.

Kurz nachdem es mir wieder besser geht, kommt Gerd – der pensionierte Lehrer – wie angekündigt  zu Besuch. Er bleibt für ganze zwei Wochen in Liuli. Ich habe eine wunderbare Zeit mit ihm und er gibt mir viel von meiner verlorengegangenen Energie zurück. Wie alle Gäste lernt er Liuli und seine Leute schnell zu schätzen und zu lieben. Da ich immer noch keine genaue Auskunft von Daniel erhalten habe, wann und wie es mit unserem Projekt in Ndingine weitergehen soll, nutze ich die Zeit um an meinem Buch weiterzuschreiben.

Zwischenzeitlich erfahre ich, dass die Gemeinde schon fleißig am Steine sammeln ist und nun darauf wartet, dass wir mit dem Lastkraftwagen des St. Anne‘s Krankenhaus kommen um die Steine zu ihrem Bestimmungsort zu transportieren. Den Lastwagen kann man seit dem Amtsantritt von Bischof Hauli, wie zu früheren Zeiten gegen Geld – welches wir nicht haben – mieten. Da der LKW zum neuen Zugpferd der Diözese geworden ist, ist er im ständigen Einsatz und hat schon einiges an Geld in die Kassen der Diözese gespült. Dies ist einer meiner vielen Ratschläge an den Bischof und den Doktor. Ich äußere gegenüber dem Daniel die Frage, wie sich seine Gemeinde die Finanzierung dieses Gefährtes vorstellt. Schnell wird klar, dass die Gemeinde mit meiner finanziellen Unterstützung gerecht hat. Ich muss Daniel leider mitteilen, dass die Spenden so gut wie aufgebracht sind und das noch verbliebene Geld für andere Dinge dringender benötigt wird. Die Gemeindemitglieder haben mein vollstes Verständnis für ihr Anliegen. Sie sind nach den ganzen körperlichen Anstrengungen der letzten Wochen und Monate völlig erschöpft und müssen mit Beginn der nahenden Regenzeit ihre Felder mühsam bestellen. Da zudem der LKW in Reparatur muss, wird ihr Vorhaben erst mal ad acta gelegt. Frei nach dem Motto: „Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben“. Bleibt nur noch die Frage, wie finanzieren…..

Am Tag meines Geburtstages ist es dann endlich soweit. Wir brechen mit dem LKW in anderer Mission in Richtung Ndingine auf. Sam hat in seiner Basisgesundheitsstation noch diverse Sachspenden aus England. Diese hat er über die Jahre gut gesichert in zwei großen Containern gelagert. Die Spenden sind für alle umliegenden Schulen, Basisgesundheitsstation und das St. Anne’s Krankenhaus bestimmt. Daniel ist schon seit Tagen, im Auftrag seines großen Bruders, mit der Verteilung der Spenden beschäftigt. Nun muss er bis in das 100 km nordwestlich gelegene Manda fahren. Ich selbst kenne Manda aus vorangegangenen Reisen sehr gut und weiß um die Beschwerlichkeit der Reise. Gerd und ich begleiten Daniel bis nach Ndingine und werden dort für eine Nacht bleiben bis die Truppe auf ihrem Rückweg nach Liuli im Schneckentempo wieder angerollt kommt.

Nachmittags kommen wir völlig erschöpft und durchgeschüttelt in Ndingine an. Die Freude über das Wiedersehen mit liebgewonnen Menschen, sowie ein Spaziergang mit Gerd, inklusive Besichtigung der Baustelle, macht die Strapazen der Fahrt schnell vergessen. Der „Pensionär“ gibt mir viel Lob für das bereits umgesetzte und mir wird wieder bewusst das wir auf einem guten Weg sind. Nachdem wir im See baden waren, gibt es ein leckeres Geburtstagsessen mit Bier, welches Daniel kurzerhand besorgen lässt. Hier in Ndingine zu sein, ist das größte Geburtstagsgeschenk was man mir an diesem Tag machen kann. Ich bin erfüllt von Dankbarkeit!

Am späten Nachmittag des nächsten Tages kommen die Männer erschöpft von ihrer Tour nach Manda zurück und Daniel erwähnt ganz beiläufig, dass der Bischof uns den LKW zur Verfügung stellt um die bereist gesammelten Steine zu transportieren. Es hat sich wieder einmal bewahrheitet. Die Zeit spielt in Tansania meist für einen, man muss nur Geduld haben. Glücklich und zufrieden über eine erfolgreiche Mission erreichen wir spät abends Liuli und ich falle todmüde ins Bett. 

Staub fressen

Eingepfercht…

Nachdem ich in meinem Stammhotel Kibadamo eingecheckt habe, laufe ich die kurze Strecke bis zum Ubungo Busbahnhof und kaufe mir für den nächsten Tag, dass für mich zurückgelegte Busticket nach Mbinga.

Daressalam ist teuer und ich muss gut kalkulieren, da ich meinen Aufenthalt in Tansania aus meinen Ersparnissen finanziere. Die Safari-Touren, die ich mit meinen Gästen bisher gemacht habe, sind nicht nur schön sondern auch anstrengend und auch sehr kostspielig. Da ich in diesem Land auch immer wieder befürchten muss, kein Bargeld abheben zu können ist dies auch jedes Mal ein zusätzliches „finanzielles Abenteuer“. Ohne Moos ist hier auch nix los! Völlig im Eimer, esse ich um die Ecke gutes Straßenessen und ziehe mich danach umgehend auf mein Hotelzimmer zurück.

Trotz Müdigkeit schaffe ich es wieder einmal den Bus nicht zu verschlafen. Unvorstellbar, jedenfalls für mich, kommt der Bus doch tatsächlich noch eine Stunde später als gewöhnlich, nachts um halb drei, in Mbinga an. Diesmal holt mich keiner vom Busbahnhof ab. Um meine Haushaltskasse zu schonen nehme ich mir, gegen Mary‘s Rat, ein Motorradtaxi statt eines Autotaxis und lass mich zum Haus der Familie Mawalla bringen.

Der nächste Tag verheißt nichts gutes. Erst versetzt mich Daniel und dann muss ich mit dem Bus weiter nach Liuli fahren. Da es seit Monaten nicht mehr geregnet hat, ist das Land völlig ausgetrocknet und gleicht einer Wüste. Dies hat zur Folge, dass ich während der sechsstündigen Busfahrt gefühlt tonnenweise reinsten roten Staub fresse. Wenn ich nicht gerade mit staubschlucken beschäftigt bin, nutze ich die holprige Fahrt um mir Gedanken über meine weitere Zeit in Tansania und über die weiteren Schritten in Ndingine zu machen.

Am späten Nachmittag komme ich total erschöpft in Liuli an. János rufen einige bekannte Gesichter und meine Laune schlägt direkt wieder ins positive um. In Liuli ist scheinbar immer noch alles wie eh und je. Wenn ich etwas in Tansania gelernt habe, dann ist es, dass es selbst für das größte Problem eine Lösung gibt. 

Abschied 

Der Pomonda-Stein…

 Nach einer holprigen Busfahrt kommen Sima, Niklas und ich gut in Liuli an. Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie auf dieser „Straße“ eine Fahrt mit dem Bus überhaupt möglich ist.

Da der Bischof mal wieder auf Shoppingtour ist, anstatt sich um seine Gemeinden zu kümmern [Scherz….], können wir dank seiner Abwesenheit ./. Gastfreundschaft wieder das Gästehaus am See beziehen.

Von meinem bisherigen Treffen und Gesprächen mit Bischof Hauli, habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Diözese von Ruvuma mit ihm eine vielversprechende Zukunft hat. Er ist charismatisch und durchsetzungsfähig. Es ist ihm und der ganzen Bevölkerung in der Ruvuma Region zu wünschen, dass er all seine Ideen und Vorsätze auch umsetzen wird. Um sich und seine Visionen vorzustellen reist er mit seinem Stab an Beratern durch alle anglikanischen Gemeinden und bringt, wie alle seine Amtsvorgänger, auch säckeweise gespendete Lebensmittel mit. Diese wurden vor unserer Ankunft in einem Zwischenzimmer des Gästehauses zwischengelagert. Dank Daniel Ndimbo, dem leitenden Krankenhausarzt, hat das jetzt aber ein Ende. Die Lebensmittelspenden werden nun anderweitig gelagert, sodass wir das Gästehaus, ohne ätzenden Maniokgeruch, in vollen Zügen genießen können.

Der Zeitpunkt zur Abreise von Ndingine konnte von uns nicht besser gewählt sein. Kurz nachdem wir in Liuli, mit seinem angeschlossenen Krankenhaus, angekommen sind, liegt Sima mit Schüttelfrost und hohem Fieber flach. Die Diagnose lautet auf Malaria. Dank der Fürsorge des leitenden Arztes, Dr. Daniel ist sie bestens versorgt und es besteht keine lebensbedrohliche Gefahr. Das Krankenhaus hat wieder einen Neukunden, welcher dringend benötigtes Geld in die Kassen für z. B neue Medikamente und Besoldung spült. Ein ständiges Geben und Nehmen! So kommt es Schritt für Schritt dem Ziel der Selbstfinanzierung näher.

Dank der Friends of St. Anne‘s, einem deutschen Verein, haben wir in Liuli den „Luxus“ rund um die Uhr mit Strom versorgt zu sein, sodass Niklas und Sima sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können. Sie wollen aus ihrem Filmmaterial mehrere Kurzfilme schneiden. Allerdings befürchte ich, dass bis zur letztendlichen Umsetzung noch einige Zeit ins Land ziehen wird.

Liuli und wir erhalten „hohen deutschen Besuch“ von Inge und ihrer Enkelin Maha. Inge hat mit ihrem Mann Albrecht, wie meine Eltern, mehrere Jahre in Liuli gelebt und gearbeitet. Von Anfang an verbindet mich mit Inge eine Vertrautheit und ich genieße jeden Tag ihrer Gesellschaft.

Nach zwei gemeinsamen Tagen verabschieden wir „Mzungus“ uns von unseren Gastgebern, Daniel und Samuel Ndimbo sowie Liuli und reisen zu fünft mit dem Schiff MV Songea über den Njassasee bis in das nordwestlich gelegene Matema.

Am übernächsten Tag fahren wir von dort mit dem Bus weiter nach Mbeya. Auf dem Schiff lernten wir einen pensionierten Lehrer – Gerd – aus Deutschland kennen.

Dieser wird mich zwei Wochen später in Liuli besuchen kommen.

Von der Großstadt Mbeya geht die Reise mit der Tazara Eisenbahn weiter bis nach Daressalam.

Dort machen wir eine eintägige Safari in den Saadani National Park. Leider können wir nicht wie erhofft Elefanten im Indischen Ozean plantschen sehen, aber dafür fahren wir in einem EEElefant ähnlichem Gefährt.

So sehen wir umso mehr Giraffen. Im Kipepeo Beach Village trennen sich unsere Wege. Es heißt Abschied nehmen von Inge und Maha für die es zurück nach Deutschland geht. Sima, Niklas und ich reisen mit der Fähre weiter nach Sansibar.

Nach einer halben Woche auf Sansibar, fliegen wir mit einer kleinen Propellermaschine zurück nach Daressalam. Der Flug kostet in etwa soviel wie die Reise mit der Fähre, ist aber ungleich aufregender.

Jetzt heißt es auch von Sima und Niklas Abschied zu nehmen. Für sie geht es zurück nach „good old Germany“. Wir hatten sechs kurzweilige Wochen, mit vielen Höhen aber auch Tiefen. Es war eine sehr intensive Zeit, sodass mir die gemeinsame Zeit wie Jahre vorkommt. So nehme ich erschöpft vom vielen Reisen und Trennungsschmerz Abschied. Gleichzeitig freue mich schon auf ein Wiedersehen in der Heimat mit Inge, Maha, Sima und Niklas und fahre alleine in mein Hotel in Daressalam. 

Fleißig – Gemeinsam sind wir stark

Gemeinsam… 

Von früh morgens bis spät nachmittags arbeiten wir Tag ein, Tag aus, bei Temperaturen von weit über 40° C im Schatten, mit der Dorfgemeinschaft Hand in Hand.

So können wir innerhalb von zwei Wochen die Arbeit verrichten, für die wir sonst mindestens einen Monat benötigt hätten.

Gegessen wird unter zwei großen Mangobäumen direkt an der Baustelle.

Dort kochen mehrere Frauen auf offenem Holzfeuer das Essen in großen Blechtöpfen für die etwa dreißig emsigen Helfer. Morgens gibt es Tee – Chai mit Süßkartoffeln und Mittags lokale Speisen wie Mais- oder Maniokbrei – Ugali mit Bohnen. Die Gerichte sind ausnahmslos fleischlos, da Fleisch und Fisch sehr teuer sind, aber dennoch sehr nahrhaft.

Wir, die fremdartigen, sonderbaren und verrückten Weisen „Mzungus“ werden hingegen in einem, extra für uns erbauten Haus verköstigt. Man hat eigens für uns zwei junge Köchinnen, Emiliana und Chuku, angestellt.

Sie können nicht nur gut kochen, sondern sind auch sehr lebensfroh und bereichern dadurch unser leben in Ndingine sehr. Früh morgens, lange bevor die Sonne aufgeht, beginnen die beiden ihre tägliche Arbeit. Sie putzen das Haus, sammeln Brennholz, holen mehrere Eimer Wasser vom 500 Meter entfernten See und kochen uns dreimal täglich warmes Essen.

Um den Wasserverbrauch und die Arbeit unserer fleißigen Helferinnen zu reduzieren, beschließen wir es den Einheimischen – trotz Krokodilalarm  – gleichzutun und gehen morgens und abends zum baden und Wäsche waschen runter an den Njassasee. Uns wurde zuvor mehrfach versichert, dass es in Ndingine keine Krokodile gibt und wenn doch, dann sicherlich keine die „Mzungus“ verspeisen. Ersteres stellt sich schon nach kurzer Zeit als falsch heraus. Letzteres trieft dafür zu, denn wir leben noch! Jeden Morgen mache ich Yoga und schwimme im See, so habe ich einen wunderbaren Tageseinstieg und Ausgleich zur geistigen und körperlichen Anstrengung die da über den Tag kommen mag. Niklas sagt uns einmal: „er könne sich kein schöneres Badezimmer vorstellen als den Njassasee, ein unbezahlbarer Luxus“. In diesem Punkt sind wir, trotz Krokodile im See, einer Meinung. Meistens schaffen wir die üppigen und köstlichen Mahlzeiten, die die jungen Frauen für uns kochen, gar nicht aufzuessen. So müssen wir sie Tag für Tag mit einem Augenzwingern – schließlich haben beide ja auch noch hungrige Mäuler zu Hause zu stopfen – daran erinnern weniger zu kochen. Nach und nach passen wir die Gerichte an unsere Bedürfnisse an. Nur noch einmal die Woche gibt es Fleisch und Fisch.

Stattdessen essen wir regelmäßig Tomatensalat, Süßkartoffeln, Ugali, Bohnen, Obst und selbstgebackenes Brot und wir leben wie gesagt sehr angenehm. Jeder in der Gemeinde ist sehr an unserem Wohlergehen interessiert. Fast täglich bringen Gemeindemitglieder Lebensmittel vorbei, was mir schon manchmal sehr unangenehm ist, aber ich weiß es natürlich auch sehr zu schätzen. Sie schätzen unsere Unterstützung bei der Realisierung ihres Vorhabens sehr und so dürfen wir aus Dankbarkeit an ihrem Leben teilnehmen!

Nach dem Mittagessen geht es wieder auf die Baustelle, meist mit kugelrunden Bauch. Wir graben und schaufeln was das Zeug hält. Die Erde fliegt nur so durch die Luft. Das gleichmäßige und monotone Geräusch eindringender Hacken und Schaufeln in die Erde gibt uns ein gutes Gefühl. Es wirkt auf mich sehr beruhigend, da es mir die Gewissheit gibt, dass sich unsere Arbeit letztendlich auszahlt.

Wenn es den stetigen Wind in Ndingine nicht gebe, wäre die Arbeit in der Hitze nicht auszuhalten. Zuweilen ist es richtig stürmisch. Dann ziehen 5  bis 10 Meter hohe verwirbelnde Windhosen über das Baugrundstück und sorgen so für etwas Abkühlung. Anfangs müssen Sima, Niklas – die beiden anderen „Mzungus“ und ich sehr achtgeben, dass wir gut gegen die Sonne geschützt sind.

Vor allem gilt es  eine Kopfbedeckung zu tragen, umso einen Sonnenstich vorzubeugen. Mit vieler Hände Fleiß schafften wir es schließlich die Fundamente innerhalb kürzester Zeit auszuheben. Allerdings forderte die harte körperliche Arbeit ihren Tribut, auch bei uns wie sich später zeigen soll. Einige Gemeindemitglieder haben durch den umherwirbelnden Staub eine Art Grippe, wieder andere sind körperlich völlig erschöpft. Ich habe, zumindest anfangs, schlimme Kreuzschmerzen vom hacken und schaufeln.

Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass die fleißigen Gemeindemitglieder neben der Arbeit für das Projekt noch ihren täglich Verpflichtungen nachgehen müssen. Mir wird bewusst, dass wir nicht auf Dauer in diesem Tempo weiter arbeiten können.

Mit Cisar, Esau – beides Gemeindemitglieder und Sima erkunde ich einen nahegelegenen Fluss, der weit oben in den Livingstone-Bergen entspringt. Meine Idee ist, eine Wasserleitung vom Fluss bis zum Wasserrückhaltebecken der Begegnungsstätte zu verlegen um die Wasserversorgung ganzjährig zu gewährleisten.

Nach der grandiosen Wanderung entlang des Flussverlaufes, mit einem wunderschönen Sonnenuntergang, muss ich leider feststellen, dass diese meine Idee so nicht umsetzbar ist.

Mehre  Gebirgszüge wären zu überbrücken, was ohne überdimensionierten Aufwand – Material, Geld und Arbeitszeit – so nicht umzusetzen ist. Deshalb beschließe ich, vom tiefer gelegenen See mittels Windrad und entsprechenden Wasserleitungen das Wasser „gedanklich“ 500 Meter aufwärts zur Begegnungsstätte zu fördern. Um eine mögliche Umsetzung zu prüfen, nehme ich mit Niklas und Sima alle nötigen Höhenunterschiede auf. Ich komme zu dem Schluss, dass diese Variante möglich ist, aber bis zu deren Umsetzung noch viel Wasser den Berg hinunter fließt.

Wir genießen unsere Anwesenheit und lernen Mensch und Umgebung immer besser kennen, sodass wir uns schon nach kurzer Zeit wie zu Hause fühlen. Nachdem letztendlich auch noch die Elektrizität im Haus richtig läuft, Filmen und schreiben wir was das Zeug hält. Wie ich vermutet habe, haben die jungen Elektriker gepfuscht. Anfangs haben wir, obwohl tagsüber die Sonne durchgehend scheint, abends nur für wenige Stunden Licht und können nicht mal annähernd unsere Handys aufladen. Wie wir Deutschen ticken, platzt mir dann irgendwann der Kragen. Ich klettere auf das Wellblechdach unseres Gästehauses und richtete das 70 Watt Solarmodul dem Sonnenverlauf entsprechend aus.

Dies zeigte umgehend Wirkung. Wir haben von nun an für die ganze Nacht Licht und können zudem unsere Handys aufladen. Als dann auch noch aus einem Nachbarort, ein erfahrener Elektriker geholt wird und dieser in Zusammenarbeit mit mir alle Stromkreise prüft und richtig angeschlossen hat, können wir, zu unserer aller Begeisterung, sogar noch beide Laptops und unsere sämtlichen Kamera-Akkus innerhalb eines Tages laden. Zuvor mussten wir zum aufzuladen der Geräte fast einen Kilometer, durch die brütende Hitze, zur weiterführende Schule im Ort laufen.

Diesen Elektriker bezahle ich für seine hervorragende Arbeit gerne.

Mit Cisar und Chales – ein weiteres Gemeindemitglied – erforsche ich die nähere Umgebung, ständig auf Suche nach Natursteinen für die Fundamente. Wir entdecken ein Flussbett in dem unzählige Steine angespült wurden und beschließen diese für unser Vorhaben zu nutzen.

Ich bitte die Gemeinde, in den nächsten Wochen und Monaten tausende von Steinen in der näheren Umgebung zu sammeln.

Meine beiden Mitstreiter möchten noch unbedingt eine Safari und einen Strandurlaub auf Sansibar machen bevor sie zurück nach Deutschland fliegen. Nach zwei Wochen die sich für mich wie ein Jahr angefüllt haben, heißt es Abschied nehmen und in Richtung Liuli abzureisen.

Fröhlich und zuversichtlich, aber auch etwas wehmütig verabschieden wir uns von unserer neuen Familie Ndingine. 

Gottesdienst Karibuni Ndingine

Gottesdienst…

Daniel holt uns am nächsten Morgen, welcher ein Sonntag ist, zum Gottesdienst der anglikanischen Gemeinde in Ndingine ab.

Am Abend zuvor habe ich Sima und Niklas vorsorglich informiert, dass sie sich während des Gottesdienst vorstellen müssen. Beide lernten daraufhin über Nacht fleißig Vokabeln und ernten als Dank für ihre Mühen großen Applaus nach der Vorstellung von der Kirchengemeinde.

Nach dem stimmungsvollen Gottesdienst folgt eine Diskussion in großer Runde, bei der der weitere Bauablauf für die nächsten Wochen festgelegt wird.

Während wir drei „Mzungus – weiße“ für die nächsten 2 Wochen in Ndingine bleiben, heißt es für Daniel nach dem Mittagessen Abschied nehmen. Er wird dringend im St. Anne‘s Krankenhaus erwartet…

Wiedersehen in Ndingine

Gut gelaunt gehts los…

Ausgeschlafen geht es nach letzten Lebensmitteleinkäufen in Richtung Ndingine.
Wir machen bei Dr. Sam Ndimbos Basisgesundheitsstation einen kurzen Halt, da wir vier Betten samt Matratzen und Moskitonetzen aufladen müssen. Ich bin sehr erfreut darüber, dass Sam von seiner schweren Krankheit genesen ist. Dementsprechend gut gelaunt nimmt er uns in Empfang.

Nachdem wir das Auto beladen haben und die Ehre haben, uns in Sams Gästebuch einzutragen, fahren wir weiter. Eine aufregende Tour, bei der wir gelegentlich anhalten um zu filmen, endet am späten Nachmittag in Ndingine. Die Gemeindemitglieder erwarten uns schon sehnsüchtig  vor dem Gästehaus und nehmen uns freudig in Empfang. Nach der Begrüßung stehle ich mich davon und gehe aufgeregt und mit Herzrasen zur nur unweit gelegenen Baustelle um mir einen Überblick zu verschaffen. Ein Lächeln fährt mir übers Gesicht. Die Gemeinde war die vergangenen Monate sehr fleißig und hat den äußeren Mauerring des Geländes fertig ausgehoben. Erfreut gehe ich wieder zu den anderen zurück.

Fünf junge Männer aus dem Nachbarort Ngumbo wurden von der Gemeinde bestellt damit sie die gesamte Elektroinstallation inklusive der Solarmodule für das Gästehaus vornehmen. Während die Männer mit der Elektrik zu Gange sind bauen die Gemeindemitglieder unsere Betten auf. Von Herrn Makelele – in dessen Haus wir unter anderem auch wohnen – erhalten wir eine Wohnzimmer- und Esszimmer-Garnitur. Da ich selbst kein Spezialist für Elektrik bin kann ich nur etwas skeptisch zuschauen wie die unfreundlichen Elektriker Ihre Arbeite verrichten. Ich bin mir sicher, dass sie nicht wirklich etwas geschafft haben, aber immerhin funktioniert das Licht in unserer neuen Unterkunft. Also bezahle ich sie und bin froh als sie wieder aus dem Haus verschwunden sind.

Endlich haben wir das Haus für uns alleine und können auspacken. 

Liuli

Familie…

 Liuli ist wie immer ein Paradies und es fühlt sich gut an hier zu sein.

Wir werden von der Hauswirtin Monika bekocht, wenn wir nicht gerade bei Daniel zu Essen eingeladen sind. Er lässt es sich nur ungern nehmen ein exzellenter Gastgeber zu sein und seine Frau Sofia ist eine unglaublich gute Köchin.

Ich zeige meinen Gästen meine alte Heimat und gemeinsam besuchen wir einige Freunde von mir. Die Zeit in Liuli geht fast etwas zu schnell vorbei, da wir uns in den Tagesablauf der Liulianer und das Leben blendend integrieren.

Bei einem längeren Ausflug am letzten Abend vor unserer Abreise nach Ndingine bekommen wir einen hektischen Anruf von Dr. Ndimbo. Wir müssen umgehend das Gästehaus räumen, da der Bischof in Anmarsch ist, wie er uns mitteilt. Wie ich bereits sagte: Das ist Tansania! Planung, was ist das?!

Monika erwartet uns schon unruhig. Wir packen nass geschwitzt unsere Sachen und ziehen etwas mürrisch für eine Nacht in Daniels Privathaus. 

Etappenziel Liuli

Abfahrt bereit…

Gut erholt werden wir von Dr. Ndimbo und Castor auf ihrer Rückreise von Songea in Mbinga abgeholt. Bevor es nach Liuli geht, müssen wir noch einige Erledigungen für das Gästehaus in Ndingine machen.

Da es im Gästehaus keinen Strom gibt, wir diesen aber dringend für unsere Ausrüstung benötigen, kaufen wir ein Solarmodul samt Zubehör. Zudem müssen wir Lebensmittel für den Aufenthalt besorgen. Nachdem wir die Besorgungen aufgeladen und noch einmal getankt haben geht es los. Selbstverständlich haben wir die Kosten für das Tanken übernommen, das St. Annes Krankenhaus ist dankbar für jede Unterstützung.

Wie immer ist es eine wunderschöne, abenteuerliche Fahrt. Spät Abends legen wir noch einen Zwischenstopp in Mbamba Bay ein, da der neue Bischof – Herr Rafael Hauli – uns zum Abendessen eingeladen hat. Der Bischof Hauli wurde erst kürzlich gewählt und reist seitdem von einer seiner Gemeinden zur nächsten. Seit Juni ist er täglich in einer anderen. Kein einfacher Amtsantritt wie ich finde. Er hat bereits viel von meinen Aktivitäten gehört und kann es kaum erwarten mich zu treffen. Da ich erst – typisch Tansansich – unmittelbar von unserem Glück erfahre, muss ich in der Kürze der Zeit meine Gäste zur richtigen Verhaltensweise einweisen. Jegliche Ausrutscher könnten fatal für den Fortschritt des Projektes in Ndingine sein. Mit einigem diplomatischen Geschick meinerseits und dem vorbildlichen Verhalten meiner Gäste ist das Treffen ein voller Erfolg.

Mitten in der Nacht kommen wir in Liuli an und beziehen das Gästehaus des St. Annes Krankenhauses. Es ist zwar derzeit das Wohnhaus des Bischofs, da sein zukünftiges Haus immer noch nicht bezugsfertig ist, aber er hat es uns für die Zeit seiner Abwesenheit gerne zur Verfügung gestellt. 

Ndingine wir kommen

Abflug in Frankfurt…

 Drei wunderschöne Monate in Deutschland gehen zu Ende, und ich reise für die nächsten drei Monate wieder nach Tansania.

Warum nur drei Monate? Da ich aus der Vergangenheit gelernt habe und weiß, dass ich das Land eh nach dieser Zeit für ein neues Visum verlassen muss. Finanziell ist es für mich kaum ein Unterschiede in die Heimat zu fliegen oder in ein tansanisches Nachbarland zu reisen, vom Stress mal ganz abgesehen.

Beinahe routiniert habe ich wieder Begleitung, dieses Mal von dem befreundeten Paar Sima und Niklas. Die Studenten begleiten mich für die nächsten sechs Wochen. Sie haben unter anderem vor, das Bauvorhaben in Ndingine filmisch zu dokumentieren, aber bis in das kleine Fischerdörfchen ist es noch ein langer Weg.

Nach einem 14-stündigen Flug landen wir in der Millionenstadt Daressalam. Ich habe von den letzten Reisen gelernt und beschließe, dass wir uns vor der Weiterreise ins Landesinnere einen Tag hier ausruhen. Die Zeit nutzen wir unter anderem auch um unsere Bustickets zu kaufen, Bargeld abzuheben und dem Paar eine Telefonsimkarte zu besorgen. Ehe es früh morgens um Punkt sechs Uhr in Richtung des nächsten Zwischenstopp Mbinga geht, lassen wir den letzen Abend mit tansanischen Streetfood und leckeren Getränken ausklingen.

Da große Streckenabschnitte der Straßen erneuert werden kommen wir erst mit einigen Stunden Verspätung – genauer gesagt um halb zwei Uhr morgens – an der Endstation Mbinga an. Dr. Daniel Ndimbo – der zufälligerweise in der Stadt ist – erwartet uns bereits und bringt uns zur Familie Mawalla.

Bei Familie Mawalla bleiben wir für einige Tage um uns zu akklimatisieren und uns vor allem von der anstrengenden Busfahrt erholen zu können. Dr. Ndimbo macht derweil Erledigungen für das St. Annes Krankenhaus und die Diözese von Ruvuma.

In Mbinga ist es eiskalt. Der tansanische Winter hat das Land immer noch fest im Griff. Ich habe das Wetter völlig falsch eingeschätzt und bin sehr froh, dass ich doch einen warmen Pullover eingepackt habe. Die Stadt sowie die Landschaft sind in ein tiefes Rot getaucht, als ob jemand mit einem großen Pinsel alles rötlich angestrichen hätte. Es ist wirklich eine unglaubliche Kulisse!

Wie immer hat Familie Mawalla nichts von ihrer Gastfreundschaft verlernt und meine Gäste lieben bereits schon nach kurzer Zeit ihre neue Umgebung. 

Banken

Heimflug…

 Bevor ich erleichtert mit dem Bus nach Daressalam fahren kann, muss ich noch eine wichtige Sache in Mbinga erledigen.

Seit fast zwei Monaten haben Vinzenz und ich kein Geld mehr von jeglichen Banken in der Region abheben können. Leider ist es nicht das erste Mal, dass ich Geldsorgen in Tansania habe. Die Ursache sei ein technisches Netzwerkproblem, aber es betrifft nur uns Mzungus, Weiße. Tansanisch gelassen wird hier erst ein Problem behandelt, wenn man selber von betroffen ist, also wurde in unserem Fall nichts gemacht. „Komm morgen, da geht’s bestimmt wieder.“ habe ich wiederholt zu hören bekommen.

Ohne einen Cent Bargeld bin ich ganz schön angespannt, da Busticket, Hotel, Taxi und Verpflegung bis zum Abflug noch bezahlt werden müssen. Ich ziehe von Bank zu Bank, genauer gesagt von Barcley´s zu NRB, und werde dabei von neugierigen Blicken der Einheimischen verfolgt. Wie es das Schicksal so will treffe ich Vinzenz genau an jenem Automaten an, der uns endlich Geld „ausspuckt“.

Die letzte Nacht verbringen wir gemeinsam bei Familie Mawalla. Früh morgens sitzen Vinzenz und ich gelassen im Bus Richtung Daressalam und schauen uns noch etwas fassungslos an: Jetzt geht es wirklich nach Hause!

Ehe ich den westlichen Standard in unserem Hotelzimmer genießen kann, muss ich noch ins Stadtzentrum um die Gebühr von 100€ für meine Rückflugänderung zu zahlen, da wir uns entschieden haben zwei Wochen früher als geplant zu fliegen. Andernfalls hätten wir ein neues Visum benötigt, und den Stress will sich derzeit keiner von uns geben.

24 Stunden später landen wir heil und gut gelaunt in Frankfurt. Ein kurzes Auf Wiedersehen und unsere gemeinsamen sechs Monate afrikanisches Abenteuer haben schlagartig ein Ende.

Vinzenz wird von seinen Freunden, ich von meinem Bruder Stefan am Flughafen empfangen. Getrennter Wege ziehen wir von dannen. 

Bauholz

Willkommen im Njassaland… 

Nach sechs Monaten Tansania geht es wieder in Richtung Heimat, nach Deutschland.

Dr. Daniel und der Fahrer Castor begleiten mich mit dem Geländewagen bis nach Mbinga. Vinzenz werde ich erst in Mbinga treffen, da er beschlossen hat mit seinem Kompagnon Joseph mit dem Bus zu reisen.

In den Livingstone-Bergen, kurz vor Mbinga, machen wir in dem kleinen Ort Nyoni einen kurzen Halt. Dort wohnt der Förster Herr Dietrich.

Er betreibt Forstwirtschaft und Kaffeeanbau. Die Region um Mbinga ist dank des ausgeglichen Klimas etwas südlich des Äquators ein ideales Kaffeeanbaugebiet. In Mbinga selbst gibt es mehrere große Kaffeefabriken. Gleichbedeutend ist die Forstwirtschaft in der Region, auch wenn man nur noch wenige zusammenhängende Eukalyptus- und Zedernwälder vorfindet. Viele Wälder wurden auf Grund des aktuellen Bedarfs an an Holz und Ackerflächen abgeholzt. Bei meinen vielen Reisen habe ich jedoch festgestellt, dass die Wiederaufforstung flächendeckend gegeben ist.

Herr Dietrich besitzt mehrere Eukalyptus- und Zedernwälder. Wir wollen uns erkundigen, ob er uns das Bauholz für die Begegnungsstätte in Ndingine liefern kann und wenn ja zu welchem Preis.

Der Forstwirt gestattet uns an diesem sehr kalten tansanischen Wintertag einen nahegelegenen Wald zu besichtigen. Hier erhalten wir einen direkten Eindruck und können uns von Herr Dietrich´s nachhaltiger Forstwirtschaft überzeugen. Er berichtet uns, dass er schon seit 30 Jahren Forstwirt ist und dies seine Haupteinnahmequelle sei. Er würde behutsam auf ein gutes Gleichgewicht zwischen Abholzung und neuen Anpflanzungen achten – da die Bäume sein tägliches Überleben sichern. Ich komme schnell zu der Ansicht, dass Herr Dietrich ein sehr kluger Mann ist.

Mit einem guten Gewissen verabschieden wir uns von ihm und fahren die restliche Strecke bis zum Haus der Familie Mawalla. Dort wartet schon ein leckeres Abendessen auf uns. 

Aushub

Fleißige Arbeiter…

Mein vorerst letztes Mal in Ndingine: Es geht endlich los! Die Werkzeuge, Hacken und Schaufeln kommen jetzt auch zum Einsatz.

Die Werkzeuge werden von den fleißigen Gemendemitgliedern vom Boden aufgehoben und sogleich fliegt die Erde durch die Luft. Wir beginnen damit, das Fundament für den äußeren Mauerring bis auf den tragfähigen Boden auszuheben. Dafür müssen wir etwa 1,20 m breit und 1,50 m tief graben. Fast so schnell wie ein Bagger graben sich die starken Helfer durch den teilweise sehr sandigen Boden, bis sie auf den tragfähigen Boden gelangen.

Der älteste Mann an diesem Tag – Mzee Ndimbo, über 70 Jahre alt – packt genauso kräftig wie alle anderen an.

Die Frauen kochen wie immer im Schatten unter einem Mangobaum. Eine von ihnen lässt es sich nicht nehmen und gräbt spontan mit. Alle freuen sich darüber und haben viel Spaß.

Zudem übergebe ich die letzte von 10 Ukulelen welche Till-Simon vom Musikhaus Thomann gespendet bekommen hat. Die Männer spielen direkt drauf los ohne Zurückhaltung. Der Tonweise zufolge scheinen sie den Bluesrhythmus in sich zu haben.

Mit musikalischer Begleitung arbeiten wir uns bis zur Mittagspause weiter durch den roten Boden. Daniel hat von einem Nachbarn für uns kochen lassen. Es gibt das übliche Alltagsessen: Fisch mit „Ugali“ – Maisbrei. Ein tansanisches Nationalgericht und „Kraftfutter“, ohne das die Einheimischen am Njassasee wohl kaum die tägliche, körperlich anstrengende Arbeit leisten könnten. Zudem ist es preiswert und einfach zu kochen.

Die Fischer graben an diesem Tag solange weiter, bis der erste an diesem Tag aufhört. Kurz danach legen die anderen Arbeiter auch ihre Werkzeuge nieder. Das Motto lautet hier – „pamoja au hakuna“, gemeinsam oder keiner.

Bevor wir nach Liuli abreisen, besichtigen wir das gerade fertiggestellte Gästehaus, welches uns Herr Makelele – ein Gemeindemitglied – zur Verfügung stellt. Anschließend finden wir noch einmal Zeit für eine Sitzung.

Die Gemeinde teilt mir mit, dass sie Unterstützung bei der Grundversorgung der Helfer und deren Familien benötigt, damit diese weiterhin an dem Projekt arbeiten können. Denn wenn sie am Projekt arbeiten, können sie ihren eigentlichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Etwa 1,50 € pro Arbeiter und Tag würde für Frühstück und Mittagessen genügen teilt mir Dr. Daniel mit. Zusätzlich ein kleines Taschengeld damit sie ihre Kinder weiterhin zur Schule schicken können. Ich nicke und antworte – „nimeelewa“, ich habe verstanden. 

Aufmaß

Die Gemeinde…

Das Wetter lässt es wieder zu, dass wir erneut nach Ndingine fahren können.

Wie immer ist es eine sehr aufregende und anstrengende Fahrt. Leerfahrten gibt es in diesem Land nicht! Das Auto ist mit Lebensmitteln und Menschen vollgepackt. Diesmal ist geplant, dass ganze Wochenende in Ndingine zu verbringen, ehe Dr. Daniel Ndimbo wieder seinen Verpflichtungen im St. Anne‘s Krankenhaus nachgehen muss.

Wir übernachten bei einem Bekannten der Familie in einem Backsteinhaus welches auf einem kleinen Hügel mit tollem Seeblick liegt. Die Idylle hat jedoch einen kleinen Haken. Es gibt kein fließendes Wasser, sondern nur Regenwasser, welches in der Regenzeit in Tonnen gesammelt wurde. Wie alle Bewohner dieser Region waschen  wir uns morgens und abends am 3 km entfernt gelegenen Njassasee.

Der erste Tag, ein Samstag, ist bereits verplant. Im Nachbarort Ngumbo ist ein Bekannter der Familie Ndimbo verstorben. Die Trauerfeier geht über den ganzen Tag!

Sonntags, nach dem Gottesdienst, geht es dann endlich auf die Baustelle. Es ist brütend heiß! Schnell noch die Kamera in Position bringen, bevor es losgeht und ich auf die 20 Gemeindemitglieder treffe. Von jung bis alt sind alle Altersgruppen vertreten. Die Frauen kochen unter einem großen Mangobaum. Sie bereiten zur Feier des Tages gekochte Bananen und Tee zu. Eine sehr einfache Küche, aber dennoch Luxus, da es in dieser Region keine Bananen gibt. Diese hatten wir eigens aus Liuli mitgebracht. Die Menschen leben hier ausschließlich von Fisch und Ugali – Maisbrei. Obst, Gemüse, Reis und Fleisch gibt es nur an Hochzeiten und bei Beerdigungen, Das ist ihr Festessen.

Wir versammeln uns sitzend auf einem großen Baumstamm, um die heutige Vorgehensweise festzulegen. Höhenermittlung des Grundstückes, Ausrichtung des Grundstückes nach der Himmels- und Windrichtung sowie die Gebäudemaße abstecken, stehen heute auf der Agenda.

Wir beginnen mit der Höhenermittlung des Geländes. Die Kamera nebst Stativ, die mir Niklas Doka zur Verfügung gestellt hat, funktioniere ich kurzerhand zu einem Nivelliergerät um, somit kann ich die Höhenunterschiede des Grundstückes ermitteln. Durch den Kamerazoom lese ich die Werte des Maßbandes ab, welches einer der Männer an den vorgesehenen Messpunkten hält. Wir ermitteln einen Höhenunterschied von bis zu 2 Meter. Diese Geländeunterschiede müssen wir im Laufe des Bauprozesses auf einer Fläche von etwa 2.800 m², mit Muskelkraft, einebnen. Um die Männer nicht gleich zu demotivieren, teile ich dem Leiter der Baustelle Polier, – Fundi mit, dass wird dies – nach und nach – mit dem Erdaushub des geplanten Wasserrückhaltebeckens machen werden.

Nachdem das geklärt ist, legen wir die Himmelsrichtungen in Nord-Süd- und Ost-West Richtung, fest. Wir kennzeichnen diese mit Schnüren, die wir eigens hierfür, zusammen mit den Werkzeug in Songea gekauft haben.

Als die Achsen festgelegt sind, beginnen wir damit die Gebäudeumrisse abzustecken. Da der ganze Entwurf auf der „Heiligen Geometrie“ basiert, langt uns eine Schnur und ein Zollstock um alle Maße mittels Zirkelprinzip zu ermitteln. Beim Abstecken werden Abweichungen der Rechtwinkligkeit durch die vorgegebenen geometrischen Formen sofort ersichtlich und erfordern ein erneutes Prüfen der Achsen, bis sie letztendlich stimmen.

Die Kamera verstelle ich immer wieder während des Aufmaßes. So vergeht Stunde um Stunde und das Bangen wird immer größer: Hoffentlich ist die Speicherkarte groß genug, hat die Batterie genügend Saft bis zum Feierabend? Im Ort gibt es weder Strom noch ein Telefonnetz.

Als mich ein alter Mann, Mzee Batazali Haule, höflich mit dem Wort „nimechoka“ – ich bin müde – anspricht, beende ich den Tag völlig erschöpft und zugleich erleichtert mit dem Wort „tayari“ was soviel heißt wie, es ist vollbracht. Die Gemeindemitglieder müssen heim zum Abendessen und um ihren täglichen Verpflichtungen nachzugehen, wie Wasser vom entfernt gelegenen See holen, Felder bewirtschaften, fischen, Feuerholz sammeln, Nutztiere versorgen und so weiter. 

Grundstück

Besprechung…

Daniel gibt mir Bescheid, dass wir wieder nach Ndingine fahren können.

Er berichtet mir, dass die Grundstücksthematik endlich geklärt ist: Jedes Gemeindemitglied hat 10.000 Shilling bezahlt – insgesamt sind das 600.000 Shilling, umgerechnet etwa 300€ – um das noch benötigte Land zu erwerben. Mit neuem Elan fahren Vinzenz und ich nach Ndingine. Jeder kleine Fortschritt ist für uns ein Riesenerfolg und bringt uns einen kleinen Schritt näher an unser Ziel, das Projekt in Ndingine umzusetzen.

Kaum vorstellbar für westliche Menschen, dass Zeit hier eine ganz andere Bedeutung hat. Auf dem Land leben die Menschen in den Tag hinein. Als „Westler“ muss man sich sehr zurücknehmen, wenn man hier auch irgend etwas in die Praxis umsetzen möchte. Ich muss mich weiterhin in Geduld üben, was mir absolut nicht leicht fällt. Aber mittlerweile bin ich sehr geübt drin und finde immer wieder eine andere sinnvolle Beschäftigung, wenn es einmal in Ndingine nicht weitergeht. Meine Natur ist es eigentlich, eine angefangene Sache schnellstmöglich und effizient in die Tat umzusetzen, aber so laufen die Dinge hier nun mal nicht.

Diesmal gibt es noch einen weiteren Anlass nach Ndingine zufahren: Ein Familienangehöriger der Ndimbo´s ist in Ndingine verstorben. Früh morgens starten wir. Die Autos sind vollbeladen mit Angehörigen und Lebensmitteln, da es in Ndingine außer Fisch und Maniok kaum etwas anderes zu Essen gibt. Bei unserem nächsten Halt in Puulu – Dr. Sam Ndimbo´s Basisgesundheitsstation – werden die Fahrzeuge nochmals beladen, bis sie fast aus allen Nähten platzen. Für Vinzenz und mich nichts Neues mehr. Solange noch irgendwie Platz im Auto ist, wird dieser auch genutzt. Dr. Sam nimmt uns in Empfang, aber er kann leider krankheitsbedingt nicht mit nach Ndingine fahren. Sein Bruder, Dr. Daniel, erhält die letzten Anweisungen von ihm. Auch ich werde über die nächsten Schritte bzgl. unserem Projektes ausgefragt. Nachdem das Autodach mit Kochbananen bepackt ist fahren wir weiter.

In Ndingine werden wir wie immer schon sehnsüchtig erwartet und ich traue meinen Augen kaum: Das komplette Grundstück für das geplante Bauvorhaben ist gerodet. Hand in Hand, laden wir die Autos aus. Die Beerdigungsvorbereitungen sind schon in vollem Gange. Dr. Ndimbo dirigiert alles und wir werden währenddessen mit Tee und Kuchen versorgt. Danach finde ich kurz Zeit für ein „kleines“ Mittagsschläfchen, ehe ich von einigen Gemeindemitglieder abrupt aus dem Schlaf gerissen werde. Zügig geht es in Richtung Baugrundstück und Vinzenz erhält von mir letzte Anweisungen wie er alles zu filmen hat. Ich bin sehr froh und dankbar für seine Hilfe an diesem Tag.

Während ich mit einigen Männer die ersten Aufmaße mache und die Randumfassung abstecke, läuft die Beerdigungszeremonie an. Letztlich bekommen wir davon nichts mit, da wir so beschäftigt  mit dem Abstecken, Aufmessen und Filmen sind. Alles läuft einwandfrei! Ich bin mit den weiteren Fortschritten sehr zufrieden.

Nach dem Mittagessen besichtige ich mit einigen Gemeindemitgliedern die Lehmgrube, welche nur einige hundert Meter entfernt liegt. Lehm – „Udongo“ brauchen wir als Hauptbaustoff für die Stampflehmwände. Diese traditionelle Wandbauweise findet man überall auf der Welt, so auch in Deutschland. Für die Umsetzung benötigen wir lediglich viele fleißige Helfer, um die erdfeuchte Lehmmischung schichtweise in einer Holzschalung durch Stampfen zu verdichten. Durch diese Bautechnik können wir erhebliche Baukosten sparen, da die benötigten Baumaterialien reichlich in der näheren Umgebung vorhanden sind.  Die Verwendung von lokalen, natürlichen Baumaterialien macht es unter anderem zu einer nachhaltigen Bauweise.

Wir stehen am Straßenrand – oder besser gesagt „Wegesrand“ – und mir wird der Lehm gezeigt. Ich nehme eine Handvoll der Masse. Mittels „Handprüfverfahren“, Geruchstest, Beißtest und Reibetest stelle ich die ungefähre Zusammensetzung fest. Es ist ein sandiger bis schluffiger Lehm. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden und nehme mir eine Probe für weitere Tests im meinem Büro mit.

Da Daniel befürchtet dass es bald Regen geben wird, müssen wir am späten Nachmittag wieder nach Liuli aufbrechen. Sollte es wirklich zu Regenschauern kommen, wären wir in Ndingine gefangen, da ein Durchfahren der vielen Flüsse unmöglich werden würde.

Mit dem Mantra „Pole pole“ – langsam langsam – beenden wir einen weiteren erfolgreichen Tag. 

Safari

Abflug bereit…

Nach drei Wochen Liuli mit Till-Simon müssen alle Ausländer bis auf Vinzenz wehmütig ihre Abreise antreten.

Mein Gast möchte unbedingt eine Safari und in Sansibar Strandurlaub machen. Da die Volontärinnen des St. Anne´s Krankenhaus und Christopher ähnliche Pläne haben begleiten sie uns auf dem größten Teil der Strecke.

Hierfür fahren wir eine Drei-Tage-Tour mit dem Bus bis nach Arusha. – Es ist die selbe Strecke, die seinerzeit der Vater der Ndimbos zu Fuß marschiert ist, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglich.

Von Arusha aus machen wir eine Safari im Ngorongoro Krater und im Tarangire Nationalpark, ehe ich mit Till-Simon zu meiner Erleichterung diesmal mit einer Cessna nach Sansibar fliege.

In Stone Town treffen wir einen meiner weiteren Besucher: Sven-Timo. Zu dritt haben wir eine wunderschöne Zeit auf der Inseln. Besonders als wir in Jambiani, einem im Südosten der Insel gelegenen kleinem Fischdorf sind, verspüre ich seit langem wieder das Gefühl von Urlaub und kann mich gehen lassen.

In Daressalam trennen sich nach zwei gemeinsamen Wochen auf Sansibar unsere Wege und ich fahre diesmal ganz alleine mit dem Bus zurück nach Liuli. 

Werkzeugübergabe

Gruppenfoto… 

Es ist Sonntag und wir können es wieder einmal wagen nach Ndingine zu fahren.
Diesmal haben wir die Werkzeuge, die wir einige Wochen zuvor in Songea gekauft haben, zur Übergabe an die Gemeinde dabei.

Wir haben extremes Glück mit dem Wetter: Es ist immer noch Regenzeit, aber dennoch scheint heute mal durchgängig die Sonne. Ich freue mich sehr, da ich wieder „nette“ Begleitung habe, diesmal aus Deutschland und Australien. Vier Volontärinnen des St. Annes Krankenhauses – Melissa, Sarah, Victoria und Sharmain – sowie Christopher von „Down Under“ – der mittlerweile eher als Tansanier zählt – sowie mein Freund Till-Simon.

Die Straßen sind derzeit mehr als „miserabel“, eine richtige Abenteuerfahrt erwartet uns. Wir fahren über Stahlbrücken, durch mehrere Flüsse – was bei Regenfall unmöglich wäre – und viele Hügel rauf und runter. Passend dazu läuft „Bongo flavour“, eine tansanische Musikrichtung. Wir werden von links nach rechts geschüttelt. Dank Allradantrieb und Castor – unserem zuverlässigen Fahrer – schaffen wir es unbeschadet bis nach Ndingine.

Als wir an der anglikanischen Kirche ankommen ist der Gottesdienst noch in vollem Gange.

Welch ein Glück für mich und meine Begleitung, den Chor in Ndingine echt zu erleben. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Die feierliche Übergabe der Werkzeuge erfolgt unverzüglich nach dem Gottesdienst. Daniel übersetzt meine Ansprache an die Gemeinde auf Kimpoto. Es ist ein unglaubliches Gefühl vom Altar aus in die faszinierten und aufmerksam zuhörenden Gesichter zu schauen und jede einzelne Reaktion aufzunehmen. Ich bin sehr gerührt von so viel Dankbarkeit für diese für deutsche Verhältnisse „kleine“ Gabe. Anschließend darf Till-Simon seine kleinen Mitbringsel übergeben, die genauso einen Effekt auslösen. Er hat einen Fußball, eine Ballpumpe und Buntstifte – „Langi“ dabei. Es herrscht eine unglaubliche Stimmung in dem schönen Backsteingebäude. Zu schade dass es bald abgerissen werden muss. Da wir die Backsteine beim Neubau wiederverwenden wird der „Spirit“  vom heutigen Tag für weitere Jahre erhalten bleiben. Nachfolgend muss sich der Rest der Besuchergruppe der Gemeinde vorstellen: so ist es Brauch in Tansania. Jeder der neu ist, muss sich persönlich mit ein paar wenigen Worten erklären und ist damit als Mitglied aufgenommen.

Gemeinsam verlassen wir mit viel guter Laune und begleitet von Gesängen die Backsteinkirche.

Anschließend werden wir aufgefordert einigen Gemeindemitgliedern zu folgen. Wie beim letzten Termin vereinbart, haben sie fleißig Steine gesammelt. Castor fährt uns mit dem voll beladen Auto – mindestens 15 Leuten finden auf wundersame Weise Platz – zu den Sammelstellen. Wie schön dass gerade Regenzeit ist! Es ist wunderbar Grün in der sonst so trockenen Landschaft. Viele Monate im Jahr gleicht die Gegend eher einer Wüste, doch nun gibt es Grün in tausenden Tönen. Dennoch hat es an Hitze nichts verloren: alle schwitzen wir. Ich bin zutiefst erstaunt, wie die Gemeindemitglieder es geschafft haben bei dieser Hitze in mühseliger Handarbeit so viele Steine zu sammeln.

Dabei muss ich an die alten Ägypter denken, die ihre Sklaven mit Peitschenhieben dazu getrieben haben ihre Weltwunder zu erbauen, welche wir heute noch bewundern. Hier ist alles freiwillig geschehen, der Wille der Gemeinde scheint sehr stark zu sein. Sie wollen unbedingt ihr Projekt umsetzen und ich darf ihnen helfen. Welch eine Ehre!

Weil ein üppiges Mittagessen an diesem besonderen Tag nicht fehlen darf ist ein weiteres Treffen erst wieder für den Nachmittag vereinbart. Es gibt Ugali, Reis, frisch gefangenen Fisch aus dem See und Obst.

Die 30m Markierung mit Daniel, Melissa, Sarah, Victoria, Sharmain, Christopher und ich… [Foto: Till-Simon Chmelik, Tansania, 03/2016]

 Ich darf nochmals das geplante Projekt mittels mitgebrachten Laptop vorstellen. Eine Traube von Menschen versammelt sich um mich und wir sitzen dabei im Schatten der riesigen Mangobäume.

Danach geht´s zum Baugrundstück, welches direkt hinter der anglikanischen Kirche liegt.

Eine wilde Diskussion entsteht, deren Auslöser ich anfangs nicht verstehe. Ich halte mich zurück, beobachte die Situation, bis sich nach einigen Minuten der für mich richtige Moment ergibt. Ich übernehme das Ruder, lass mir von einem Gemeindemitglied die angespitzten Äste geben, nehme die mitgebrachte Schnur und stecke das ganze Grundstück nach den benötigen Maßen ab. Genau 60 m. Alleine hätte ich das natürlich nicht geschafft, einige Menschen helfen mir, während die anderen noch wild diskutieren. Dann richten auch diese den Blick auf mich, beobachten und schauen neugierig, wie ich mit großen Schritten durch das Dickicht stapfe und die scheinbar „ernste“ Diskussion geht in ein Lachen über. Ich lasse mich nicht beirren und mache in der brütenden Hitze weiter.

Als ich fertig bin, bin ich selbst genauso erstaunt über die tatsächlichen Ausmaße wie alle anderen Gemeindemitglieder. Nun verstehe ich den Auslöser der Reaktionen und schmunzle selbst. Wie ich erfahre ist die Ursache der ganzen Diskussion, dass die Kirchengemeinde die benötigte Fläche nicht ganz besitzt und deshalb noch Land von den Nachbarn gekauft werden muss. So wittern einige Nachbarn „das große Geld“, da ein Weißer – „Mzungu“ in das Projekt involviert ist. Wohl irrtümlich denken sie, das wäre nun mein alleiniges Projekt. Dr. Daniel macht den betroffenen Nachbarn klar, dass es nicht mein Projekt ist, sondern ich lediglich um Hilfe gebeten wurde. Selbstverständlich ist es immer noch das Projekt der anglikanischen Kirchengemeinde Ndingine, welches auch nur durch deren eigenes Zutun umgesetzt werden kann; und vielleicht von zusätzlichen fleißigen „Helfern“ aus Deutschland. Wir beschließen einen weiteren Termin festzusetzen um eine Entscheidung zu finden. Dies ist wohl die beste Lösung an diesem Tag. Die anderen Gäste sitzen währenddessen im Schatten und haben von dem ganzen Spektakel nichts mitbekommen. Da Dr. Ndimbo kurzer Hand weggefahren ist um die ebenfalls betroffen Nachbarn zu treffen, habe ich Gelegenheit, einigen Gemeindemitgliedern – darunter dem Baumeister – „Fundi“ – die genaue Bauabfolge des Projektes zu schildern.

Ich nutze die Zeit auch, um aus vorhandenen Erdhaufen ein richtiges Modell mit Stampflehmwänden zu bauen. Nach chaotischem Beginn entwickelt sich ein geregelter Prozess, da mir nach kurzer Zeit viele Hände von allen Seiten helfen das Modul zu errichten.

Ich bin hin und weg: So viel Begeisterung, Hilfe und Verständnis habe ich nicht erwartet.

Auf der Rückfahrt sitze ich auf der Rückbank des Toyotas und darf in sehr viele glückliche Gesichter blicken. 

Liuli

Die Überraschung… 

In Liuli sind wir mittlerweile wieder eine relativ große Gruppe von Deutschen.
Es ist schon fast unheimlich so fern der Heimtat so viel Bekanntes zu treffen, aber wir können die gemeinsame Zeit  sehr genießen.

Ich zeige Till-Simon meine alte Heimat, und nach kurzer Zeit hat er sich zu meiner Freude gut eingelebt.

Den Lehramtstudenten integriere ich ebenso in die Grundschule in Nkalachi. Diese hat mich unter anderem auch um Unterstützung bei der Planung eines neuen Schulgebäudes gebeten. Till-Simon kann dort zusammen mit Christopher – einem Australier – unterrichten. So habe ich wieder etwas mehr Zeit für mich.

Da wir nun auch viel Zeit zum Schreiben und Arbeiten im Büro verbringen, entschließen Till-Simon und ich kurzerhand, „deutsche Ordnung“ in Daniel´s Büro zu schaffen. Wir räumen das vom tansanischen Chaos beherrschte Gebäude von Kopf bis Fuß auf und finden zu meinem großen Erstaunen drei noch nie in Betrieb genommene Drucker. Unfassbar! Und dafür hab ich mir fast zwei Monate lang das Hirn zermahlen wo ich meine Pläne ausdrucken kann.

Die Dinge scheitern in Tansania meist schon von Beginn an an den banalsten Umständen. Gut gemeinte Entwicklungshilfe ist sinnlos, wenn man die Menschen vor Ort nicht in die Planung und Umsetzung mit einbezieht. Tatsache ist, dass niemand im Krankenhaus diese Drucker benötigt oder bisher davon Gebrauch gemacht hat. Sie wurden ihnen einfach „vor die Nase gesetzt“. Fakt ist auch, dass sobald die Druckerpatronen leer sind, die Drucker auch keine Funktion mehr haben und in der Ecke landen werden.

Aber jetzt, da die Drucker laufen, bekomme ich täglich von den Krankenschwestern Besuch: mit der Bitte dies und jenes zu drucken. Das ist halt Tansania!

Neues Visum

Gastkoch in Oruko´s Restaurant…

 Der tansanische Tiefschlaf hat abrupt ein Ende.

Wie im Flug verging die Zeit und wir benötigen nach drei Monaten im Lande umgehend ein neues Visum. Nur mit dem nötigsten Gepäck reisen Vinzenz und ich gemeinsam mit Kathrin – einer Volontärin des St. Anne´s Krankenhauses – nach Daressalam. Eine zweitägige kraftraubende Busreise steht uns bevor. Wir fahren wieder quer durch Tansania, genießen die Landschaft und überdauern die etlichen Stunden stillsitzend im Bus, bis wir spät abends im Kibadamo Hotel in der Millionenstadt ankommen. Das Hotel liegt strategisch günstig unmittelbar neben dem Ubungo Busbahnhof. Es ist zu meinem Dreh- und Angelpunkt in Daressalam geworden. Hier sind wir sicher und kommen wieder zu Kräften.

Am nächsten Tag bringen wir Kathrin mit dem Taxi zum Nyerere Flughafen und verabschieden uns dort von ihr. Anschließend fahren wir zum Hauptquartier der tansanischen Einwanderungsbehörde. Dort erfahren wir, dass wir ohne eine Ausreise aus Tansania kein neues Touristenvisum bekommen können.

Uns bleibt nichts anderes übrig als uns schleunigst um die Ausreise zu kümmern. Zur Auswahl stehen Mosambik, Malawi, Zambia und Kenia. Kenia erscheint uns die beste Wahl, da ich dort einen Freund namens Zabu habe. Seine Familie, welche er gerade besucht, wohnt in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Für den nächsten Tag buchen wir einen Flug mit der großen Ungewissheit, ob wir unser hinterlassenes Gepäck in Liuli je wiedersehen werden. Durch die kürzlich erst durchgeführten Präsidentschaftswahlen und den damit verbundenen gesetzlichen Änderungen ist eine Einreiseverweigerung nicht auszuschließen.

In Nairobi werden wir herzlich von der Familie Oruko empfangen. Wir erfahren eine ganze Woche lang kenianische Gastfreundschaft vom Allerfeinsten, ehe wir leider nach so kurzem Aufenthalt wieder nach Tansania abreisen müssen. Gerne wären wir länger geblieben, aber da ich einen Gast in Daressalam erwarte ist das leider nicht möglich.

Sehr erleichtert – da in Besitz eines neuen Touristenvisums – betreten wir am Nyerere Flughafen wieder tansanischen Boden. Nur wenige Stunden später nach uns – um 3 Uhr morgens – landet Till-Simon. Gemeinsam fahren wir in aller Frühe vom Flughafen zum Ubungo Busbahnhof um unsere Heimreise nach Liuli anzutreten.

Wie immer kommen wir völlig erschöpft spät nachts bei Familie Mawalla in Mbinga an. Dort bleiben wir auch die nächsten Tage, da Vinzenz und Till-Simon durch die Reisestrapazen krank geworden sind. Nach ihrer Genesung geht es mit dem Bus weiter bis in das schöne Fischerdörfchen Liuli.

Geduld

Dr. Sam Ndimbo… 

Der Vater des Projektes in Ndingine – Sam – ist schwer erkrankt.
Die Familie Ndimbo beschließt, ihn für Untersuchungen zuerst nach Peramio, und für weitere Untersuchungen nach Daressalam zu bringen. Die besten Krankenhäuser sowie Blutuntersuchungen in Deutschland können die Ursache nicht feststellen. So niedergeschlagen hab ich Dr. Daniel noch nie gesehen. Er befürchtet dass sein Bruder im schlimmsten Fall sterben könnte. Für ihn und die ganze Region unvorstellbar, da Sam immer noch eine sehr autoritäre Funktion im Njassaland hat. Kurzfristig nimmt sich Daniel Urlaub, um seinen Bruder für mehrere Wochen zu begleiten. Es ist auch finanziell betrachtet ein absolutes Desaster für die Familie, da jeder medizinische Aufenthalt zuzüglich Kost und Logie aus eigener Tasche gezahlt werden muss.

Nach Dr. Daniel´s Rückkehr können wir durch die anhaltenden Regenfälle nicht wie geplant nach Ndingine zur weiteren Projektumsetzung fahren. Die Gemeindemitglieder in Ndingine sind sehr unruhig und ich muss sie regelmäßig telefonisch beruhigen. So vergehen Wochen um Wochen und ich muss mich ebenso in Geduld üben. 

Repräsentant

Bei Familie Mkilima unseren ehemaligen Koch… 

Seit meiner Ankunft in der Region Njassaland bin ich ein sehr gefragter Gast.
Viele alte Bekannte laden mich fast täglich zu diversen Anlässen wie zum Beispiel zum Essen, zu Fußballspielen und auch Beerdigungen ein. Ich fühl mich wie ein Repräsentant und muss ehrlich zugeben, dass ich die seltenen Tage die ich mal nur für mich habe sehr genieße. Mein Alltag wird zu einem 24 Stunden Job, den man wirklich nur nachvollziehen kann, wenn man selbst vor Ort war.

Die besondere Aufmerksamkeit die uns zu Teil wird ist Vinzenz nun zu viel. Er zieht sich immer mehr an seinem Lieblingsort, Joseph´s Biocamp zurück und nabelt sich von mir ab, bis er sogar letzten Endes beschließt auch dort zu wohnen. Das Camp liegt idyllisch am Njassasee. Hier findet er die nötige Ruhe, findet zu sich selbst und schmiedet neue Pläne für sich und die Heimat. Ich bin beruhigt darüber dass er so zufrieden ist und freue mich mit ihm.

Dr. Daniel Ndimbo lässt sich von mir auch gerne bei diversen Fragen bezüglich der Entwicklung und Finazierung des Krankenhauses beraten. Für mich ist von Anfang an klar, dass das St. Anne´s Krankenhaus kann zukünftig nur überleben, wenn es wieder unabhängig von Spenden aus dem Ausland wird. Hierzu gebe ich ihm viele Anregungen wie dies praktisch umzusetzen wäre. Das Krankenhaus müsste wieder auf eigenen Füßen stehen. Aber bevor das passiert machen sie es weiter wie gehabt.

Des Weiteren werde ich von mehren anglikanischen Nachbargemeinden eingeladen um meine Vision für Ndingine vorzustellen. Dr. Daniel begleitet mich dabei und wir erhalten sehr viel Zuspruch. Alle können sie es kaum abwarten, dass umgesetzte Projekt in Ndingine zu sehen. Dabei muss ich zu meiner großen Verwunderung feststellen, dass momentan ein regelrechten Kirchenbauboom in der Region und im Land herrscht. Viele christliche wie muslimische Gemeinden haben das Bedürfnis nach neuen überdimensionierten Kirchen oder Moscheen. Wie sie das finanzieren bleibt mir ein Rätsel, da sie meist sehr kostspielig mit Beton und Stahl um sich wüten, ähnlich der westlichen Welt.

Regelmäßig besuche ich den Sonntagsgottesdienst in der Kirche in Liuli. Diese ist die älteste anglikanische Kirche des Njassalandes. Sie wurde Anfang des 20. Jh. unter Leitung des Missionars William Percival Johnson, der in der Kirche auch beigesetzt ist, von den Einheimischen gebaut. Ob dies damals freiwillig geschah, dazu habe ich keine Angaben bekommen. Jedoch hat die Gemeinde beschlossen, dass ihre historische Kirche verschönert werden soll. Anlass hierzu sind die aktuell laufenden Bischofswahlen. Der geschichtliche steinerne Fußboden soll mit Fließen, welche in China produziert wurden, zugepflastert werden. Die Kollekten und Gelder der Diözese von Ruvuma werden für den Traum einer modernen Kirche „sinnvoll“ verprasst. Innerlich kopfschüttelnd schaue ich mir über Wochen die jungen fleißigen Handwerker an, wie sie ihre Kirche stolz verunstalten. Am Ende der Renovierungsmaßnahmen stellt die Diözese fest, dass sie kein Geld mehr für die Umbaumaßnahmen für das vorgesehene Bischofshaus – mein altes Elternhaus – hat.

Über Daniel erfahre ich, dass einige Gemeindemitglieder in Liuli verärgert seien, da ich die Gemeinde in Ndingine unterstütze und nicht ihre obwohl ich Liulianer bin. Ich Antworte kurz und nüchtern: Warum haben sie mich nicht um Hilfe gebeten?

Einwanderungsbehörde

Zwangsläufiges warten…

Vor einigen Tagen hat Dr. Daniel Ndimbo einen Anruf von der Einwanderungsbehörde erhalten.
 Diese hat Vinzenz und mich umgehend zu sich ins Büro vorgeladen. Sie haben von unseren Aktivitäten in Ndingine erfahren und monieren nun, dass wir über kein Arbeitsvisum verfügen.  Notgedrungen nehmen wir die stressige und kostspielige Fahrt mit dem Auto nach Mbamba Bay in kauf, da uns andernfalls Gefängnis oder noch schlimmeres droht. Das Arbeitsvisum kostet laut Daniel 200 US Dollar pro Person und gilt nur für drei Monaten. Horror….. Daniel beruhigt uns sogleich wieder mit seiner unnachahmlichen Art und versichert uns, dass er mit der entsprechenden Geschichte den Preis sicherlich drücken kann á la hakuna matata.

Die Einwanderungsbehörde ist sehr schön, direkt am Njassasee gelegen. Dort angekommen stellt Daniel Ndimbo uns den beiden freundlichen Beamten vor und erläutert in tansanischer Ausführlichkeit, weshalb Vinz und ich in Tansania sind. Zum Abschied danken uns die jungen Beamten für unser kommen und heißen uns  in Tansania Willkommen. Sie lassen uns wissen, dass sie gar nicht befugt seien uns ein Arbeitsvisum auszustellen. Dies könne nur ihr Chef, dieser sei aber gerade zu Tisch gegangen. Hilfsbereit händigen sie uns dessen Handynummer aus. Nach mehreren vergeblichen Versuchen erreicht Daniel den Chef der Einwanderungsbehörde, um von diesem zu erfahren, dass er sich auf dem Weg nach Mbinga befindet.

So fahren wir unverrichteter Dinge, ohne ein Arbeitsvisum, wieder nach Liuli. Ein gutes hatte die Fahrt nach Mbamba Bay dennoch, da wir letztendlich doch kein Arbeitsvisum benötigten bzw. hatten. Ende gut, alles gut! Halt Tansania. Es gibt kein Problem, was sich nicht lösen lässt. 

Eine helfende Hand

Somo la Kiswahili… 

Wir haben das große Glück, dass sich Mr. Chaula, „Mc Tommy“, ein Lehrer der St. Paul´s Schule in Liuli, uns kostenlos Swahili-Unterricht gibt. 
Da das Gehalt eines Lehrers in Tansania nicht üppig ist, unterhält er wie auch viele andere Tansanier noch einen kleinen Laden, welcher im Dorfzentrum ist.  Eine Krankenschwester verdient beispielsweise im Schnitt 15.000 Schilling/ Netto im Monat, dass sind etwa 7,50 Euro. Für den Kauf von Lebensmitteln steht entsprechend wenig Geld zur Verfügung, die Versorgung hängt von dem ab, was selber angebaut wird oder über einen zusätzlichen Nebenerwerb – wie es Tommy macht. Aber unglücklich darüber scheinen die Tansanier nicht zu sein. Neid über unseren vermeintlichen Wohlstand spüre ich auch nicht, aber es herrscht die einheitliche Meinung im ganzen Land, dass jeder Deutsche „sehr reich“ sein muss, wie kann er sich sonst eine Reise nach Tansania finanzieren. Jegliche Erklärungen unsererseits, dass es in Deutschland ebenfalls sehr hart sein kann zu überleben, halten sie für ein – Märchen.

Tommy verkauft tansanische Musik und Filme. Wir haben alle schon reichlich Musik von ihm geschenkt bekommen. Seine große Leidenschaft ist das Unterrichten und die Musik. Er nutzt jede Gelegenheit um sein Talent zu teilen, dass wissen meine Gäste und die Volontärin des St. Anne´s Krankenhaus sicherlich auch. Sein Lieblings Pointe ist, „ If it´s more than one, you say watiti“. Watiti heißt übersetzt ins Deutsche „Brüste“.

Nach tansanischem Zeitgefühl, in Deutschland wären wir fast eine Stunde zu spät, kommen wir pünktlich zum Unterricht. Etwas überrascht, wahrscheinlich darüber, dass wir gekommen sind, nimmt uns Tommy in Empfang. Wir finden ein freies Klassenzimmer und es kann losgehen.

Wir sind begeistert wie ausführlich, mit wie viel Geduld und mit welcher Begeisterung er uns in Swahili unterrichtet. Ich hatte noch nie Privatunterricht gehabt, außer mal kurz eine Nachhilfe, aber dass ist genau das was ich mir immer gewünscht habe. Wir können alles fragen, was uns auf dem Herzen liegt und trotzdem verliert unser sympathischer Lehrer nicht den roten Faden.

Der Unterricht dauert genau zwei Stunden, länger geht auch an diesem Tag nicht, die Mittagssonne steht hoch und es ist sehr schwül. Wir sind beide fix und alle, hungrig, aber trotzdem sehr zufrieden über das heute gelernte und sind froh, dass unser Lehrer dies erkannt hat.

Ein „Asante sana“ – Dankeschön an unseren tollen Kiswahili Lehrer, Mr. Tommy Chaula. 

Ich erhalte Post von RS-Plan.

Euporisch…

Gunnar Markow hat die Tragwerksplanung für die geplante Begegnungsstätte erstellt und sie mir nun per E-mail zugeschickt. 

Ich bin natürlich völlig aus dem Häuschen darüber, aber wie drucke ich im tiefsten Afrika den Plansatz aus? Die Uhren in Tansania ticken zwar wesentlich anders als in der westlichen Welt, aber es gibt immer für jedes Problem eine Lösung. So frage ich Dr. Daniel Ndimbo um Rat. Er verweist mich an einen Kopierladen im Ortszentrum.

Obwohl ich von mir behaupten kann dass ich technisch versiert bin, schaffe ich es dennoch nach über drei Anläufen nicht, die Pläne auszudrucken. Es fehlt an der nötigen „PDF“-Software und ich gebe erstmal entnervt auf. Da das Internet in Liuli derzeit eine absolute Katastrophe ist, kann ich sie auch nicht herunterladen.

Es dauert fast einen ganzen Monat bis ich eine Lösung für das Problem finde. „Hakuna matata“ – keine Sorgen, kein Problem. 

Umziehen

Unser neues Zuhause…

 Da außer Gina weitere Volontärinnen aus Deutschland fürs St. Anne´s Krankenhaus erwartet werden, müssen Vinzenz und ich umziehen.

Das Gehalt eines Arztes in Tansania ist nicht sonderlich üppig, so bekommt ein angestellter Arzt für Gewöhnlich ein Haus zur Verfügung gestellt. So auch Dr. Daniel Ndimbo.

Nun hatte unser Gastvater das Glück, dass ihm Freunde aus Deutschland ein Privathaus gesponsert haben. Sie waren der Ansicht, dass ein Doktor ein eigenes Haus besitzen sollte. Wenn Bedarf ist, lässt Dr. Ndimbo sein Haus bereitwillig von seinen Gästen nutzen. Es liegt im Oberdorf von Liuli. Das bunt angemalte Backsteinhaus ist für tansanische Verhältnisse sehr komfortabel. So sind wir nicht traurig dass wir umziehen müssen, vor allem ich nicht mehr nachdem ich mein Zimmer beziehe: Ich habe nun ein Bett – in dem mindestens drei Personen Platz finden würden – ganz für mich alleine. Nur den magischen Blick auf den See werde ich schmerzlich vermissen.

Gegessen wird trotzdem noch mit den andern im Gästehaus. Wir sind mittlerweile eine große deutsche Gemeinde und haben ein schönes Miteinander. 

Werkzeug

Dr. Sam Ndimbos Basisgesundheitsstation…

Die Gemeinde in Ndingine hat alles, was an Werkzeug gebraucht wird, in einer Liste zusammengestellt. 

Um dieses zu besorgen müssen wir in die 200 km entfernte Stadt Songea fahren. Aufgrund der schlechten „Straßen“ müssen wir zwei ganze Tage für den Trip einplanen. Das Ganze wäre unvorstellbar, wenn die Familie Ndimbo kein Geländeauto besitzen würde. Die Alternative wäre eine körperlich strapazierende zehnstündige Busfahrt.

Dr. Daniel Ndimbo kennt sich besten in der Großstadt aus. Bei einem Einzelhandel seines Vertrauens, welcher von einer indischen Familie geführt wird, bekommen wir alle benötigten Werkzeuge. Wir kaufen Schaufeln, verschiedene Hammer, Pickel, Siebe, Macheten, Eimer, Seile, Wasserwaagen, Sägen, Meißel, Winkel und noch vieles mehr ein.

Hier ist im Besonderen anzumerken, dass der Einkauf ohne die großzügigen Spenden aus Deutschland nicht möglich gewesen wäre. Ein großes Dankeschön an alle Spender an dieser Stelle!

Da so eine kostspielige Autotour nur im dringlichsten Fall gemacht wird, nutzt Dr. Ndimbo den Aufenthalt ebenfalls um diverse Dinge zu organisieren, z.B. um Besorgungen fürs Krankenhaus zu erledigen oder Besucher aus fernen Ländern abzuholen.

Nach erfolgreich absolvierter „Shoppingtour“ verstauen wir unsere Einkäufe auf der Ladefläche des Toyota-Pickups und treten die 6 stündige Rückfahrt ins Dörfchen Liuli an. 

Projektvorstellung

Fleißige Arbeiter…

 Wir machen uns mit Dr. Daniel Ndimbo auf den Weg nach Ndingine.
Er hat ein Zusammentreffen mit den Gemeindemitgliedern und dem Pfarrer organisiert.

Da hier die Uhren ein bisschen anders ticken, müssen wir nach unserer Ankunft dennoch alle in Kenntnis setzen, dass wir da sind.

Schlussendlich wird die Projektvorstellung auf den Nachmittag verschoben – so bleibt uns Zeit für ein leckeres Mittagessen.

Wie vereinbart, findet das Treffen in der Kirche statt. Dort werden wir bereits sehnsüchtig von Herr Banarba Katambala – dem Pfarrer der anglikanischen Gemeinde – und dem Gemeinderat erwartet.

Nach einer „kurzen“ Vorstellungsrunde baue ich meinen Laptop auf dem steinernen Altar auf und beginne, meine Vision der Begegnungsstätte zu präsentieren.

Ich spreche Englisch und Dr. Ndimbo übersetzt für die Anwesenden auf Kimpoto. Kimpoto ist eine der vielen Bantusprachen die in Tansania gesprochen werden.

Die Präsentation findet allseits große Begeisterung. An die ausführliche Vorstellung unseres Bauvorhabens schließt sich eine Begehung der Örtlichkeiten an. Ganz euphorisch würden die Anwesenden gerne direkt mit dem Bauvorhaben beginnen.

Kurzer Hand beginne ich mit der Vermessung des Areals. Mit großen Schritten laufe ich durch das Maniokfeld und stelle fest, dass dem Grundstück in der Länge ganze 20 m fehlen. Nach einer übereinstimmender Diskussion wird entschieden, dass die Gemeinde das fehlende Stück Land erwerben wird.

Wir vereinbaren mit dem Gemeinderat, dass die Gemeinde in der Zwischenzeit mit dem Sammeln der benötigten Steine für die Fundament beginnt. Währenddessen werde ich mit Dr. Ndimbo in Songea das notwendige Werkzeug für die Baustelle besorgen.

Da wir noch keine Übernachtungsmöglichkeit in Ndingine haben, verabschieden wir uns nach einem erfolgreichen Tag und fahren zurück nach Liuli. 

Mein Büro

Das alte Missionarshaus…

 Dr. Ndimbo zeigt mir mein zukünftiges Büro. Mein neuer Arbeitsplatz ist in einem alten Missionarshaus mitten auf dem Krankenhausgelände untergebracht. Es besitzt zwei Zimmer, einen Kamin und ein kleines Bad. Eine große Veranda schützt die Wände vor starken Regenfällen.

Das Haus selbst wurde Anfang des 20. Jh. aus den umliegenden schwarzen Felssteinen, welche die ganze Landschaft am See dominieren, gemauert. Früher war das Haus mit einem Grasdach gedeckt, heute tut dies ein einfaches Trapezblech.

Nachdem die Missionare abgezogen sind wurde das Gebäude zuerst von Dr. Sam Ndimbo als Büro genutzt. Sein Bruder Daniel übernahm es und nun teilt er es mit mir.

Hier werde ich mir zukünftig viele Tage und Nächte um die Ohren schlagen.

Gästehaus

Das St. Anne´s Gästehaus…

Wir wohnen mit unserer Mitbewohnerin Gina im Gästehaus des St. Anne’s Krankenhauses. 

Endlich können wir uns ausbreiten und heimisch fühlen. Monika, die Hauswirtin, bekocht uns täglich und sorgt für unser Wohlergehen. In unserer friedlichen Umgebung verlieren wir schnell jegliches Zeitgefühl. Nachdem wir uns erneut akklimatisiert und von den Strapazen der Reise erholt haben, kann ich mich mehr und mehr der Arbeit an der Begegnungsstätte widmen.

Abfahrt nach Liuli

Der Njassasee…

Nachdem Dr. Daniel Ndimbo nochmals meinen Gesundheitszustand kontrolliert hat, fahren wir gemeinsam mit seinem Sohn Fabian und dem Fahrer Castor nach kleinen Erledigungen nach Liuli. 

Die deutsche Definition von „Straße“, trifft auf alles, was wir hier vorfinden, einfach nicht zu. Die Straße nach Liuli ist eigentlich nur ein breiter Feldweg. Zwei Autos passen gerade so aneinander vorbei. In Kurven und wenn es bergauf oder bergab geht nicht einmal das. Von Mbinga bis Mbamba Bay windet sich die „Straße“ durch den Gebirgszug der Livingstone-Berge. Den restlichen Streckenabschnitt von Mbamba Bay bis Liuli schlängelt sich die „Straße“ dicht am Njassasee entlang.

Oftmals müssen wir durch kleine Bäche und trockene Bachbetten fahren. Brücken oder sonstige, beim Überqueren hilfreiche Bauwerke gibt es in der Regel nicht. Wenn es – wie es in der Regenzeit häufig der Fall ist – mal richtig in Strömen gießt, wird die Strecke unbefahrbar. Wir passieren Wälder, Kaffee-, Mais- und Reisfelder.

Als wir in Liuli ankommen, haben wir 60km in immerhin vier Stunden hinter uns gebracht. Wir laden unser Gepäck aus und fangen an, unser neues Domizil zu beziehen.

Mit großer Vorfreude begebe ich mich mit Vinzenz auf eine kleine Erkundungstour. Wir besichtigen mein altes Elternhaus, verschiedene Gebäude der anglikanischen Kirche und natürlich den Strand und den See. 

Stadtbesichtigung 

Abel und ich bewundern einen Ameisenhügel…

Als es mir wieder besser geht machen wir mit Abel – einem Freund aus der Nachbarschaft – einen kleinen Ausflug ins Stadtzentrum.  
In Mbinga leben etwa 20.000 Menschen. Sie ist die letzte größere Stadt bevor es in die Dörfer am „Lake Nyasa“ geht.

Unterwegs stoßen wir auf einen imposanten Ameisenhügel. Wir sehen ihn uns genauer an, denn von eben jenen habe ich mich ebenfalls bei der Planung der Begegnungsstätte inspirieren lassen.

In der Stadt angekommen, erkunden wir mit Abels guten Ortskenntnissen diverse Baugeschäfte oder eher gesagt – Shops. Nach und nach erfahren wir was das Werkzeug, verschiedene Baumaterialien und eine Solaranlage in etwa kosten würden.

Anschließend gönnen wir uns das Lieblingsgetränk der Tansanier – eine Soda – und machen uns auf den Rückweg. 

Mawallas

Mary Mawalla…

Bessere Gasteltern kann man sich nicht wünschen: Wir kommen für die nächsten Tagen bei Familie Mawalla in Mbinga unter.  
Mary – die Frau von Martin Mawalla – ist die ehemalige Sekretären meiner Mutter.

Rührend kümmert sich die Familie um uns. In der wohlbehüteten Umgebung und dem angenehmen Bergklima kann ich eine Malariakrankheit ausheilen. Dr. Daniel Ndimbo berät mich gut aus der Ferne und durch die sehr familiäre Fürsorge der Mawallas bin ich nach drei Tagen wieder ganz gesund.

Die Familie lebt in einem sehr typischen tansanischen Backsteinhaus. In dem eingeschossigen Wohnhaus schläft und isst die Familie,  in dem kleinen Hinterhof mit den Nebengebäuden und dem Garten lebt sie bzw. hier spielt sich der Alltag ab.

Hier wird gekocht, gewaschen und der soziale Kontakt zu den Nachbar gepflegt. Die Tür zum Hinterhof ist für jedermann offen. So sind wir schnell in der ganzen Nachbarschaft bekannt und ein Teil dieser Gemeinschaft.

Das Haus der Mawallas ist mein Dreh- und Angelpunkt bei jeder Reise. Hier fühle ich mich wie in  Deutschland – geborgen und versorgt. Vinzenz kann sich so sehr schnell in die neue Umgebung einleben und diese vor allem auch verstehen. 

Busfahrt nach Mbinga

Abfahrt in Daressalam…

Eine schlaflose Nacht bei ungefähr 30°C geht zu Ende.

Mit seinem Auto fährt uns Godfrey um 4 Uhr morgens nach Daressalam zum Busbahnhof – Ubungo. Auf der Fahrt bestaunen wir einen wunderbaren Sonnenaufgang ehe wir ankommen. Schwer bepackt laufen wir über den riesigen Busbahnhof. Um uns herum stehen unzählige abfahrbereite Busse.

Kurze Zeit später betreten wir unseren komfortablen Reisebus und nehmen unsere Plätze ein. Godfrey versorgt uns noch schnell mit ausreichend Proviant ehe er sich von uns verabschiedet.

Um Punkt 6 Uhr setzt sich der Bus in Bewegung. Eine siebzehnstündige Fahrt mit nur drei kleinen Pinkelpausen von jeweils etwa 5 Minuten steht uns nun bevor. Anders wäre es wohl auch unmöglich, die über 1200 km von Daressalam bis nach Mbinga zu fahren.

Begleitet von tansanischen Musikvideos und Filmen fahren wir durch eine wunderschöne Landschaft. Wir durchqueren den Mikumi-Nationalpark und haben das große Glück Elefanten, Giraffen, Zebras, Antilopen, Affen, Wasserbüffel, eine Herde Gnus und sogar ein paar Wildschweine zu erspähen. Von dort geht es hoch in die Berge immer südlicher in das Landesinnere. Die Sonne mit ihrer wunderschönen Wärme verlässt uns und die Nacht bricht herein. Die letzten hundert Kilometer geht es durch die stockfinstere Nacht: über menschenleere Straßen, durch das kurvige Gebirge, immer weiter. Bis wir Mbinga erreichen.

Eine absolute kräftezehrende Busfahrt geht zu Ende – aber ich werde sie noch etliche Male erneut auf mich nehmen müssen.

Wie schön ist es jetzt den Priester Martin Mawalla zu sehen, der geduldig auf uns am Busbahnhof gewartet hat. Mit einem großen weißen Lächeln nimmt er uns in Empfang. Wir steigen in ein Taxi -unser schweres Gepäck ist sicher im Kofferraum verstaut – und fahren zu seinem Haus. Da es das Gebot der tansanischen Gastfreundschaft nicht zulässt dass man mit leerem Magen schlafen geht, müssen wir noch etwas essen bevor wir völlig erschöpft ins Bett fallen.

Dau

Der hilfsbereite Fischer…

Mit Godfrey Christopher besuchen wir Bagamoyo. Die historische Stadt mit deutscher Kolonialzeit-Geschichte liegt nördlich von Daressalam am indischen Ozean. 

Bagamoyo ist jederzeit eine Besichtigung Wert. Dennoch ist der Hauptgrund unseres Besuches die Besichtigung der Daus – einem lokalen Segelschiffstyp. Ich möchte erfahren, wie die Fischer traditionell die Segel herstellen und woher sie das Material beziehen, da ich bei der Planung für das Dach des Gebäudekomplexes ein textiles Material vorgesehen habe. Zudem ist es wichtig zu erfahren, wie die Materialbeschaffenheit ist, da in Ndingine mit starken Winden und Regenfällen zu rechnen ist.

Mit Godfreys Hilfe finden wir einen Fischer, der bereit ist uns zu beraten. Wir erfahren, dass die Segel aus gewöhnlichem Baumwollmaterial – die Einheimischen nennen es „Tanga“, hergestellt sind. Dieses beziehen die Fischer aus dem Marktviertel „Kariako“ in Daressalam. Einen Preis kann uns der Fischer leider nicht nennen. Er berichtet uns, dass sie öfters auf dem Ozean von Regenfällen überrascht werden und das Segel wäre, wenn es schräg ausgerichtet ist, wetterfest.

Zufrieden verabschieden wir uns von dem Fischer und gönnen ihm den wohlverdienten Feierabend.

Vorbereitungen

Warten auf den Bus…

Seit einer Woche erfahren und genießen wir in Bagamoyo echtes tansanisches Leben. 

Doch unsere Abfahrt in Richtung Ndingine steht bald bevor. Um die letzten Vorbereitungen zu treffen, müssen wir in die viereinhalb Millionen Stadt Daressalam.

Ein völlig überfüllter Kleinbus – Daladala – bringt uns bis an den Stadtrand. Zum Busbahnhof – Ubungo – geht es weiter mit einem Rikscha-Motorrad – Bajaji. Dort kaufen wir für die bald bevorstehende Fahrt in die Stadt Mbinga bei dem Ticketbüro Superfeo zwei Bustickets für umgerecht etwa 60€.

Mit einem Taxi geht es dann weiter in Richtung Stadtzentrum – Posta. Hier tauschen wir in einer Wechselstube Bargeld um und kaufen anschließend in einem Vodacom-Shop das wichtigste Gut in Tansania überhaupt: eine Telefonsimkarte. Selbst bei den Tansaniern ist das Telefon unverzichtbar, da es den Kontakt zur Familie herstellt, welcher jederzeit das tägliche Überleben sichern kann.

Die Unterhose vollgepackt mit Bargeld verlassen wir mit einem Daladala das hektische Chaos von Daressalam.

Ankunft

Flughafen Daressalam…

 Nach 14 Stunden Flug steigen wir aus dem Flieger und müssen erst einmal 50$ für ein Touristenvisum bezahlen, welches für die nächsten drei Monate gültig ist.
 Anschließend verlassen wir den Nyerere Flughafen und betreten endlich erleichtert tansanischen Boden.

Mein Freund aus der Kindheit Godfrey Christopher nimmt uns herzlich – Karibu sana – in Empfang. Für die nächsten Wochen werden wir bei ihm und seiner Familie unterkommen.

Bei Godfrey’s Familie können wir uns in Ruhe akklimatisieren, ehe wir ins tiefe Landesinnere weiter fahren. 

Entscheidung

Flughafen Frankfurt… 

Nachdem mir Dr. Ndimbo von Tansania aus zusagt, dass die anglikanische Gemeinde in Ndingine von den Entwürfen begeistert sei, setze ich meine Arbeit fort.
 Nach einem weiteren Jahr Planung entschließe ich mich, auch bei der Umsetzung Vorort dabei zu sein. Um dies zu ermöglichen, sehe ich keine andere Möglichkeit, als meine gesicherte Anstellung in einem Architekturbüro zu kündigen.

Zudem kann ich den interessierten 18-jährigen Vinzenz von Plettenberg für das Projekt und das Land Tansania begeistern. So entscheidet er sich, mich für das nächste halbe Jahr zu begleiten. Er wird dabei ein weiteres persönliches Puzzleteil auf seinem Weg finden.

Zusammen mit Vinzenz reise ich also nach Tansania, um die ambitionierten Pläne gemeinsam mit der Gemeinde in Ndingine umzusetzen. 

Besuch in Deutschland

Dr. Ndimbo mit mir… 

Wie es das Schicksal so will, kommt Dr. Daniel Ndimbo ein halbes Jahr später nach Deutschland um Spenden für das St. Anne´s Krankenhaus zu akquirieren.
 Nun kann ich ihm gemeinsam mit Andreas Metzenroth meine neue Heimat zeigen.

Viel wichtiger aber: Ich habe die Gelegenheit, Dr. Ndimbo meine ersten Entwürfe für das Bauvorhaben in Ndingine zu präsentieren. Ich erläuterte ihm, dass es meine Vision ist, eine tansanische Kirche – Begegnungsstätte, zu entwickeln. Diese ist – bezüglich der Bauart, Materialität und Nutzung – eng mit der einheimischen Kultur und dem Klima verbunden. Um Kosten und Ressourcen zu sparen soll möglichst viel Bausubstanz der alten Kirche übernommen werden. Auch ist es mir ein Anliegen, dass die Gemeinde in der Lage ist, das Projekt in Eigenleistung umzusetzen.

So trennen wir uns mit der Vereinbarung, dass er die aktuellen Pläne seiner Gemeinde vorstellt, um deren Einverständnis für den weiteren gemeinsamen Weg einzuholen. 

Alte Heimat

Die anglikanische Kirche… 

Zusammen mit meinen Bruder Stefan und einem sehr guten Freund Andreas Metzenroth reise ich 2014 in die alte Heimat Tansania. 
Wir besuchen das Dorf Liuli am Lake Nyasa in dem wir als Kinder aufgewachsen sind. Unser Gastvater ist Dr. Daniel Ndimbo. Er ist Chefarzt des örtlichen St. Anne´s Krankenhaus in Liuli. Zwischen unseren Familien besteht eine langjährige Freundschaft.

Begleitet von Dr. Ndimbo machen wir einen Kurztrip in sein Heimatdorf Ndingine. Dort erhalten wir einen genauen Einblick in die Familiengeschichte der Ndimbos und besichtigen unter anderem das alte Elternhaus der Familie. Die Vision meiner zukünftigen Planung wird hiervon maßgeblich geprägt.

Wir schauen uns auch die aktuelle Kirche der anglikanischen Gemeinde an. Wir erfahren, dass diese auf Grund einer Straßenerweiterung weichen muss.

Sehr bedauernswert, da die Backsteinkirche noch voll funktionsfähig ist – auch wenn sie einige Erosionsschäden aufweist.

Dr. Ndimbo teilt mir kurz darauf mit, dass er mich aus einem weiteren Grund nach Ndingine geführt hat: Er bittet mich um Unterstützung bei der Planung des neuen Kirchenbau-Projektes.

Kurzer Hand zeigt er mir das in unmittelbarer Nähe gelegene Baugrundstück. Es ist ein Anbaufeld für Kasava – Maniok – eines der wenigen Nahrungsmittel, welche hier in der kargen Landschaft angebaut werden. Da gerade Regenzeit ist präsentiert sich mir das Feld in einem satten, schönen Grün.

Nach kurzer Überlegung sage ich ihm meine fachliche Unterstützung zu.