Aushub

Fleißige Arbeiter…

Mein vorerst letztes Mal in Ndingine: Es geht endlich los! Die Werkzeuge, Hacken und Schaufeln kommen jetzt auch zum Einsatz.

Die Werkzeuge werden von den fleißigen Gemendemitgliedern vom Boden aufgehoben und sogleich fliegt die Erde durch die Luft. Wir beginnen damit, das Fundament für den äußeren Mauerring bis auf den tragfähigen Boden auszuheben. Dafür müssen wir etwa 1,20 m breit und 1,50 m tief graben. Fast so schnell wie ein Bagger graben sich die starken Helfer durch den teilweise sehr sandigen Boden, bis sie auf den tragfähigen Boden gelangen.



Der älteste Mann an diesem Tag – Mzee Ndimbo, über 70 Jahre alt – packt genauso kräftig wie alle anderen an.



Die Frauen kochen wie immer im Schatten unter einem Mangobaum. Eine von ihnen lässt es sich nicht nehmen und gräbt spontan mit. Alle freuen sich darüber und haben viel Spaß.



Zudem übergebe ich die letzte von 10 Ukulelen welche Till-Simon vom Musikhaus Thomann gespendet bekommen hat. Die Männer spielen direkt drauf los ohne Zurückhaltung. Der Tonweise zufolge scheinen sie den Bluesrhythmus in sich zu haben.



Mit musikalischer Begleitung arbeiten wir uns bis zur Mittagspause weiter durch den roten Boden. Daniel hat von einem Nachbarn für uns kochen lassen. Es gibt das übliche Alltagsessen: Fisch mit „Ugali“ – Maisbrei. Ein tansanisches Nationalgericht und „Kraftfutter“, ohne das die Einheimischen am Njassasee wohl kaum die tägliche, körperlich anstrengende Arbeit leisten könnten. Zudem ist es preiswert und einfach zu kochen.



Die Fischer graben an diesem Tag solange weiter, bis der erste an diesem Tag aufhört. Kurz danach legen die anderen Arbeiter auch ihre Werkzeuge nieder. Das Motto lautet hier – „pamoja au hakuna“, gemeinsam oder keiner.



Bevor wir nach Liuli abreisen, besichtigen wir das gerade fertiggestellte Gästehaus, welches uns Herr Makelele – ein Gemeindemitglied – zur Verfügung stellt. Anschließend finden wir noch einmal Zeit für eine Sitzung.

Die Gemeinde teilt mir mit, dass sie Unterstützung bei der Grundversorgung der Helfer und deren Familien benötigt, damit diese weiterhin an dem Projekt arbeiten können. Denn wenn sie am Projekt arbeiten, können sie ihren eigentlichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Etwa 1,50 € pro Arbeiter und Tag würde für Frühstück und Mittagessen genügen teilt mir Dr. Daniel mit. Zusätzlich ein kleines Taschengeld damit sie ihre Kinder weiterhin zur Schule schicken können. Ich nicke und antworte – „nimeelewa“, ich habe verstanden.