Abschied 

Der Pomonda-Stein… [Bild: Niklas Doka, Tansania, 09/2016]

Nach einer holprigen Busfahrt kommen Sima, Niklas und ich gut in Liuli an. Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie auf dieser „Straße“ eine Fahrt mit dem Bus überhaupt möglich ist. Da der Bischof mal wieder auf Shoppingtour ist, anstatt sich um seine Gemeinden zu kümmern [Scherz….], können wir dank seiner Abwesenheit ./. Gastfreundschaft wieder das Gästehaus am See beziehen.

Von meinem bisherigen Treffen und Gesprächen mit Bischof Hauli, habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Diözese von Ruvuma mit ihm eine vielversprechende Zukunft hat. Er ist charismatisch und durchsetzungsfähig. Es ist ihm und der ganzen Bevölkerung in der Ruvuma Region zu wünschen, dass er all seine Ideen und Vorsätze auch umsetzen wird. Um sich und seine Visionen vorzustellen reist er mit seinem Stab an Beratern durch alle anglikanischen Gemeinden und bringt, wie alle seine Amtsvorgänger, auch säckeweise gespendete Lebensmittel mit. Diese wurden vor unserer Ankunft in einem Zwischenzimmer des Gästehauses zwischengelagert. Dank Daniel Ndimbo, dem leitenden Krankenhausarzt, hat das jetzt aber ein Ende. Die Lebensmittelspenden werden nun anderweitig gelagert, sodass wir das Gästehaus, ohne ätzenden Maniokgeruch, in vollen Zügen genießen können.

Der Zeitpunkt zur Abreise von Ndingine konnte von uns nicht besser gewählt sein. Kurz nachdem wir in Liuli, mit seinem angeschlossenen Krankenhaus, angekommen sind, liegt Sima mit Schüttelfrost und hohem Fieber flach. Die Diagnose lautet auf Malaria. Dank der Fürsorge des leitenden Arztes, Dr. Daniel ist sie bestens versorgt und es besteht keine lebensbedrohliche Gefahr. Das Krankenhaus hat wieder einen Neukunden, welcher dringend benötigtes Geld in die Kassen für z. B neue Medikamente und Besoldung spült. Ein ständiges Geben und Nehmen! So kommt es Schritt für Schritt dem Ziel der Selbstfinanzierung näher.

Dank der Friends of St. Anne‘s, einem deutschen Verein, haben wir in Liuli den „Luxus“ rund um die Uhr mit Strom versorgt zu sein, sodass Niklas und Sima sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können. Sie wollen aus ihrem Filmmaterial mehrere Kurzfilme schneiden. Allerdings befürchte ich, dass bis zur letztendlichen Umsetzung noch einige Zeit ins Land ziehen wird.

Liuli und wir erhalten „hohen deutschen Besuch“ von Inge und ihrer Enkelin Maha. Inge hat mit ihrem Mann Albrecht, wie meine Eltern, mehrere Jahre in Liuli gelebt und gearbeitet. Von Anfang an verbindet mich mit Inge eine Vertrautheit und ich genieße jeden Tag ihrer Gesellschaft.

Nach zwei gemeinsamen Tagen verabschieden wir „Mzungus“ uns von unseren Gastgebern, Daniel und Samuel Ndimbo sowie Liuli und reisen zu fünft mit dem Schiff MV Songea über den Njassasee bis in das nordwestlich gelegene Matema.

Eine Schifffahrt… [Bild: Niklas Doka, Tansania, 10/2016]

Am übernächsten Tag fahren wir von dort mit dem Bus weiter nach Mbeya. Auf dem Schiff lernten wir einen pensionierten Lehrer – Gerd – aus Deutschland kennen.

Abendessen in Matema… [Bild: Niklas Doka, Tansania, 10/2016]

Dieser wird mich zwei Wochen später in Liuli besuchen kommen.

Von der Großstadt Mbeya geht die Reise mit der Tazara Eisenbahn weiter bis nach Daressalam.

Warten auf die Tazara… [Bild: Niklas Doka, Tansania, 10/2016]

Dort machen wir eine eintägige Safari in den Saadani National Park. Leider können wir nicht wie erhofft Elefanten im Indischen Ozean plantschen sehen, aber dafür fahren wir in einem EEElefant ähnlichem Gefährt.

Gute Aussicht… [Bild: János Zillger, Tansania, 10/2016]

So sehen wir umso mehr Giraffen. Im Kipepeo Beach Village trennen sich unsere Wege. Es heißt Abschied nehmen von Inge und Maha für die es zurück nach Deutschland geht. Sima, Niklas und ich reisen mit der Fähre weiter nach Sansibar.

Strandurlaub… [Bild: Niklas Doka, Tansania, 10/2016]

Nach einer halben Woche auf Sansibar, fliegen wir mit einer kleinen Propellermaschine zurück nach Daressalam. Der Flug kostet in etwa soviel wie die Reise mit der Fähre, ist aber ungleich aufregender.

Jetzt heißt es auch von Sima und Niklas Abschied zu nehmen. Für sie geht es zurück nach „good old Germany“. Wir hatten sechs kurzweilige Wochen, mit vielen Höhen aber auch Tiefen. Es war eine sehr intensive Zeit, sodass mir die gemeinsame Zeit wie Jahre vorkommt. So nehme ich erschöpft vom vielen Reisen und Trennungsschmerz Abschied. Gleichzeitig freue mich schon auf ein Wiedersehen in der Heimat mit Inge, Maha, Sima und Niklas und fahre alleine in mein Hotel in Daressalam. [JZ, 10/2016]