Abfahrt nach Liuli

Der Njassasee… [Bild: János Zillger, Tansania, 12/2015]

Nachdem Dr. Daniel Ndimbo nochmals meinen Gesundheitszustand kontrolliert hat, fahren wir gemeinsam mit seinem Sohn Fabian und dem Fahrer Castor nach kleinen Erledigungen nach Liuli. 

Die deutsche Definition von „Straße“, trifft auf alles, was wir hier vorfinden, einfach nicht zu. Die Straße nach Liuli ist eigentlich nur ein breiter Feldweg. Zwei Autos passen gerade so aneinander vorbei. In Kurven und wenn es bergauf oder bergab geht nicht einmal das. Von Mbinga bis Mbamba Bay windet sich die „Straße“ durch den Gebirgszug der Livingstone-Berge. Den restlichen Streckenabschnitt von Mbamba Bay bis Liuli schlängelt sich die „Straße“ dicht am Njassasee entlang.

Oftmals müssen wir durch kleine Bäche und trockene Bachbetten fahren. Brücken oder sonstige, beim Überqueren hilfreiche Bauwerke gibt es in der Regel nicht. Wenn es – wie es in der Regenzeit häufig der Fall ist – mal richtig in Strömen gießt, wird die Strecke unbefahrbar. Wir passieren Wälder, Kaffee-, Mais- und Reisfelder.

Als wir in Liuli ankommen, haben wir 60km in immerhin vier Stunden hinter uns gebracht. Wir laden unser Gepäck aus und fangen an, unser neues Domizil zu beziehen.

Mit großer Vorfreude begebe ich mich mit Vinzenz auf eine kleine Erkundungstour. Wir besichtigen mein altes Elternhaus, verschiedene Gebäude der anglikanischen Kirche und natürlich den Strand und den See. [JZ, 12/2015]