Bauholz

Willkommen im Njassaland… [Bild: János Zillger, Tansania, 05/2016]

Nach sechs Monaten Tansania geht es wieder in Richtung Heimat, nach Deutschland. Dr. Daniel und der Fahrer Castor begleiten mich mit dem Geländewagen bis nach Mbinga. Vinzenz werde ich erst in Mbinga treffen, da er beschlossen hat mit seinem Kompagnon Joseph mit dem Bus zu reisen.

In den Livingstone-Bergen, kurz vor Mbinga, machen wir in dem kleinen Ort Nyoni einen kurzen Halt. Dort wohnt der Förster Herr Dietrich.

Er betreibt Forstwirtschaft und Kaffeeanbau. Die Region um Mbinga ist dank des ausgeglichen Klimas etwas südlich des Äquators ein ideales Kaffeeanbaugebiet. In Mbinga selbst gibt es mehrere große Kaffeefabriken. Gleichbedeutend ist die Forstwirtschaft in der Region, auch wenn man nur noch wenige zusammenhängende Eukalyptus- und Zedernwälder vorfindet. Viele Wälder wurden auf Grund des aktuellen Bedarfs an an Holz und Ackerflächen abgeholzt. Bei meinen vielen Reisen habe ich jedoch festgestellt, dass die Wiederaufforstung flächendeckend gegeben ist.

Herr Dietrich besitzt mehrere Eukalyptus- und Zedernwälder. Wir wollen uns erkundigen, ob er uns das Bauholz für die Begegnungsstätte in Ndingine liefern kann und wenn ja zu welchem Preis.

Der Forstwirt gestattet uns an diesem sehr kalten tansanischen Wintertag einen nahegelegenen Wald zu besichtigen. Hier erhalten wir einen direkten Eindruck und können uns von Herr Dietrich´s nachhaltiger Forstwirtschaft überzeugen. Er berichtet uns, dass er schon seit 30 Jahren Forstwirt ist und dies seine Haupteinnahmequelle sei. Er würde behutsam auf ein gutes Gleichgewicht zwischen Abholzung und neuen Anpflanzungen achten – da die Bäume sein tägliches Überleben sichern. Ich komme schnell zu der Ansicht, dass Herr Dietrich ein sehr kluger Mann ist.

Mit einem guten Gewissen verabschieden wir uns von ihm und fahren die restliche Strecke bis zum Haus der Familie Mawalla. Dort wartet schon ein leckeres Abendessen auf uns. [JZ, 05/2016]