Banken

Heimflug… [Bild: János Zillger, Tansania, 05/2016]

Bevor ich erleichtert mit dem Bus nach Daressalam fahren kann, muss ich noch eine wichtige Sache in Mbinga erledigen. Seit fast zwei Monaten haben Vinzenz und ich kein Geld mehr von jeglichen Banken in der Region abheben können. Leider ist es nicht das erste Mal, dass ich Geldsorgen in Tansania habe. Die Ursache sei ein technisches Netzwerkproblem, aber es betrifft nur uns Mzungus, Weiße. Tansanisch gelassen wird hier erst ein Problem behandelt, wenn man selber von betroffen ist, also wurde in unserem Fall nichts gemacht. „Komm morgen, da geht’s bestimmt wieder.“ habe ich wiederholt zu hören bekommen.

Ohne einen Cent Bargeld bin ich ganz schön angespannt, da Busticket, Hotel, Taxi und Verpflegung bis zum Abflug noch bezahlt werden müssen. Ich ziehe von Bank zu Bank, genauer gesagt von Barcley´s zu NRB, und werde dabei von neugierigen Blicken der Einheimischen verfolgt. Wie es das Schicksal so will treffe ich Vinzenz genau an jenem Automaten an, der uns endlich Geld „ausspuckt“.

Die letzte Nacht verbringen wir gemeinsam bei Familie Mawalla. Früh morgens sitzen Vinzenz und ich gelassen im Bus Richtung Daressalam und schauen uns noch etwas fassungslos an: Jetzt geht es wirklich nach Hause!

Ehe ich den westlichen Standard in unserem Hotelzimmer genießen kann, muss ich noch ins Stadtzentrum um die Gebühr von 100€ für meine Rückflugänderung zu zahlen, da wir uns entschieden haben zwei Wochen früher als geplant zu fliegen. Andernfalls hätten wir ein neues Visum benötigt, und den Stress will sich derzeit keiner von uns geben.

24 Stunden später landen wir heil und gut gelaunt in Frankfurt. Ein kurzes Auf Wiedersehen und unsere gemeinsamen sechs Monate afrikanisches Abenteuer haben schlagartig ein Ende.

Vinzenz wird von seinen Freunden, ich von meinem Bruder Stefan am Flughafen empfangen. Getrennter Wege ziehen wir von dannen. [JZ, 05/2016]