Neues Visum

Gastkoch in Oruko´s Restaurant… [Bild: Vinzenz Plettenberg, Tansania, 02/2016]

Der tansanische Tiefschlaf hat abrupt ein Ende. Wie im Flug verging die Zeit und wir benötigen nach drei Monaten im Lande umgehend ein neues Visum. Nur mit dem nötigsten Gepäck reisen Vinzenz und ich gemeinsam mit Kathrin – einer Volontärin des St. Anne´s Krankenhauses – nach Daressalam. Eine zweitägige kraftraubende Busreise steht uns bevor. Wir fahren wieder quer durch Tansania, genießen die Landschaft und überdauern die etlichen Stunden stillsitzend im Bus, bis wir spät abends im Kibadamo Hotel in der Millionenstadt ankommen. Das Hotel liegt strategisch günstig unmittelbar neben dem Ubungo Busbahnhof. Es ist zu meinem Dreh- und Angelpunkt in Daressalam geworden. Hier sind wir sicher und kommen wieder zu Kräften.

Am nächsten Tag bringen wir Kathrin mit dem Taxi zum Nyerere Flughafen und verabschieden uns dort von ihr. Anschließend fahren wir zum Hauptquartier der tansanischen Einwanderungsbehörde. Dort erfahren wir, dass wir ohne eine Ausreise aus Tansania kein neues Touristenvisum bekommen können.

Uns bleibt nichts anderes übrig als uns schleunigst um die Ausreise zu kümmern. Zur Auswahl stehen Mosambik, Malawi, Zambia und Kenia. Kenia erscheint uns die beste Wahl, da ich dort einen Freund namens Zabu habe. Seine Familie, welche er gerade besucht, wohnt in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Für den nächsten Tag buchen wir einen Flug mit der großen Ungewissheit, ob wir unser hinterlassenes Gepäck in Liuli je wiedersehen werden. Durch die kürzlich erst durchgeführten Präsidentschaftswahlen und den damit verbundenen gesetzlichen Änderungen ist eine Einreiseverweigerung nicht auszuschließen.

In Nairobi werden wir herzlich von der Familie Oruko empfangen. Wir erfahren eine ganze Woche lang kenianische Gastfreundschaft vom Allerfeinsten, ehe wir leider nach so kurzem Aufenthalt wieder nach Tansania abreisen müssen. Gerne wären wir länger geblieben, aber da ich einen Gast in Daressalam erwarte ist das leider nicht möglich.

Sehr erleichtert – da in Besitz eines neuen Touristenvisums – betreten wir am Nyerere Flughafen wieder tansanischen Boden. Nur wenige Stunden später nach uns – um 3 Uhr morgens – landet Till-Simon. Gemeinsam fahren wir in aller Frühe vom Flughafen zum Ubungo Busbahnhof um unsere Heimreise nach Liuli anzutreten.

Wie immer kommen wir völlig erschöpft spät nachts bei Familie Mawalla in Mbinga an. Dort bleiben wir auch die nächsten Tage, da Vinzenz und Till-Simon durch die Reisestrapazen krank geworden sind. Nach ihrer Genesung geht es mit dem Bus weiter bis in das schöne Fischerdörfchen Liuli. [JZ, 02/2016]