Eine helfende Hand

Somo la Kiswahili… [Foto: Vinzenz von Plettenberg, Tansania, 01/2016]

Wir haben das große Glück, dass sich Mr. Chaula, „Mc Tommy“, ein Lehrer der St. Paul´s Schule in Liuli, uns kostenlos Swahili-Unterricht gibt. Da das Gehalt eines Lehrers in Tansania nicht üppig ist, unterhält er wie auch viele andere Tansanier noch einen kleinen Laden, welcher im Dorfzentrum ist.  Eine Krankenschwester verdient beispielsweise im Schnitt 15.000 Schilling/ Netto im Monat, dass sind etwa 7,50 Euro. Für den Kauf von Lebensmitteln steht entsprechend wenig Geld zur Verfügung, die Versorgung hängt von dem ab, was selber angebaut wird oder über einen zusätzlichen Nebenerwerb – wie es Tommy macht. Aber unglücklich darüber scheinen die Tansanier nicht zu sein. Neid über unseren vermeintlichen Wohlstand spüre ich auch nicht, aber es herrscht die einheitliche Meinung im ganzen Land, dass jeder Deutsche „sehr reich“ sein muss, wie kann er sich sonst eine Reise nach Tansania finanzieren. Jegliche Erklärungen unsererseits, dass es in Deutschland ebenfalls sehr hart sein kann zu überleben, halten sie für ein – Märchen.

Tommy verkauft tansanische Musik und Filme. Wir haben alle schon reichlich Musik von ihm geschenkt bekommen. Seine große Leidenschaft ist das Unterrichten und die Musik. Er nutzt jede Gelegenheit um sein Talent zu teilen, dass wissen meine Gäste und die Volontärin des St. Anne´s Krankenhaus sicherlich auch. Sein Lieblings Pointe ist, „ If it´s more than one, you say watiti“. Watiti heißt übersetzt ins Deutsche „Brüste“.

Nach tansanischem Zeitgefühl, in Deutschland wären wir fast eine Stunde zu spät, kommen wir pünktlich zum Unterricht. Etwas überrascht, wahrscheinlich darüber, dass wir gekommen sind, nimmt uns Tommy in Empfang. Wir finden ein freies Klassenzimmer und es kann losgehen.

Wir sind begeistert wie ausführlich, mit wie viel Geduld und mit welcher Begeisterung er uns in Swahili unterrichtet. Ich hatte noch nie Privatunterricht gehabt, außer mal kurz eine Nachhilfe, aber dass ist genau das was ich mir immer gewünscht habe. Wir können alles fragen, was uns auf dem Herzen liegt und trotzdem verliert unser sympathischer Lehrer nicht den roten Faden.

Der Unterricht dauert genau zwei Stunden, länger geht auch an diesem Tag nicht, die Mittagssonne steht hoch und es ist sehr schwül. Wir sind beide fix und alle, hungrig, aber trotzdem sehr zufrieden über das heute gelernte und sind froh, dass unser Lehrer dies erkannt hat.

Ein „Asante sana“ – Dankeschön an unseren tollen Kiswahili Lehrer, Mr. Tommy Chaula. [JZ, 01/ 2016]